Sachsens Exportwirtschaft bekommt die neuen Zölle der US-Regierung deutlich zu spüren. Im Mai gingen die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten laut Statistischem Landesamt um rund 20 Prozent im Vergleich zum April zurück. Der Wert der exportierten Waren lag bei etwa 366 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich ein Minus von 16 Prozent.
Nach Einschätzung der Wirtschaftsförderung Sachsen zeigt sich damit erstmals die Wirkung der von US-Präsident Donald Trump verhängten Maßnahmen. Besonders die sächsische Autoindustrie, traditionell ein starker Exportzweig, ist betroffen. Seit Mai gilt für EU-Exporte ein Basiszollsatz von zehn Prozent. Hinzu kommen Sonderzölle von 25 Prozent auf Autos und Autoteile sowie 50 Prozent auf Stahl und Aluminium. Ab dem 7. August soll der Basiszollsatz auf 15 Prozent steigen.
Trotz des Rückgangs im Mai lag das Exportvolumen in die USA in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 noch leicht über dem des Vorjahres. Dennoch sei die Unsicherheit in den Unternehmen groß, so eine Sprecherin der Wirtschaftsförderung. Eine Bewertung des angekündigten Zolldeals sei aktuell noch nicht möglich, da Details und Verlässlichkeit entscheidend seien.
Die USA waren 2024 der zweitwichtigste Exportmarkt für Sachsen nach China. Zwischenzeitlich führten sie sogar die Ausfuhrstatistik an. Mittlerweile hat sich das Verhältnis jedoch wieder zugunsten Chinas verschoben. Um Risiken abzufedern, setzen viele Unternehmen zunehmend auch auf neue Märkte in Europa sowie in Ländern wie Indien, Japan oder Mexiko. Der jährliche Außenwirtschaftstag in Dresden habe zuletzt die Potenziale dieser Märkte deutlich gemacht.