Sa., 03.10.2026 , 11:24 Uhr

Trotz Hitze und weniger Pollen fällt die Honigernte 2026 überdurchschnittlich aus

Sachsens Imker ernten mehr Honig als im Bund

Für Sachsens Imker ist 2026 ein gutes Honigjahr. Einer bundesweiten Erhebung zufolge liegt der Ertrag im Freistaat über dem Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig haben Hitze und Trockenheit den Bienenvölkern zugesetzt.

Im Durchschnitt wurden in Sachsen rund 46 Kilogramm Honig pro Bienenvolk geerntet. Das geht aus einer bundesweiten Online-Erhebung hervor, an der sich mehr als 100 Imker aus Sachsen beteiligt haben. Davon entfielen durchschnittlich 23,3 Kilogramm auf die Frühjahrs- und 22,7 Kilogramm auf die Sommerernte. Beide Werte lagen über dem jeweiligen Bundesschnitt.

Die Leiterin des Fachzentrums Bienen und Imkerei, Saskia Wöhl, spricht im Vergleich zu den Vorjahren von einem „sehr guten Trachtjahr“.

Hitze setzt Bienenvölkern zu

Trotz der guten Ernte war der Sommer für die Bienen eine Belastung. Nach Angaben des Vorsitzenden des sächsischen Imkerverbandes, Michael Hardt, vertrockneten durch die Hitze viele Pflanzen. Zeitweise standen deshalb weniger Blüten und damit weniger Pollen zur Verfügung.

Einige Bienenvölker legten daraufhin Brutpausen ein. Gleichzeitig benötigten die Tiere an heißen Tagen mehr Energie, um Wasser zu sammeln und die Temperatur im Bienenstock zu regulieren. Dadurch verbrauchten sie einen größeren Teil ihrer Honigvorräte selbst.

Zahl der Bienenvölker geht zurück

Neben dem Wetter beschäftigt Sachsens Imker auch der wirtschaftliche Druck. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes 3.733 Tonnen Honig nach Sachsen importiert. Gleichzeitig wurden lediglich zehn Tonnen ins Ausland verkauft.

Vor allem größere Imkereien hätten Schwierigkeiten, ihren Honig über den Großhandel zu vermarkten, erklärt der sächsische Imkerverband. 2025 waren bei der Tierseuchenkasse knapp 61.000 Bienenvölker gemeldet. 2023 waren es noch 69.200. Auch die Zahl der Bienenhalter ging zuletzt zurück.

Seit Mitte 2026 müssen auf Honiggläsern die Herkunftsländer genauer angegeben werden. Ob das heimischen Imkern beim Absatz hilft, bleibt nach Einschätzung des Landesverbandes allerdings offen.