Di., 30.06.2026 , 10:49 Uhr

Übernachtungen und Jobs gehen zurück, Chemnitz legt im Kulturjahr zu

Sachsens Tourismus verliert an Schwung

Nach zwei stabilen Jahren meldet Sachsen erstmals seit Corona weniger Übernachtungen. Besonders ausländische Gäste bleiben aus.

Kamenz - Der Tourismus in Sachsen hat 2025 erstmals seit der Corona-Pandemie wieder einen Rückgang verzeichnet. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Kamenz registrierten die Beherbergungsbetriebe im Freistaat im vergangenen Jahr rund 19,7 Millionen Übernachtungen. In den beiden Jahren zuvor waren es jeweils rund 19,9 Millionen Übernachtungen gewesen.

Damit zeigt sich nach der Erholung der Branche in den Jahren nach den pandemiebedingten Einschränkungen wieder eine leichte Abschwächung. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Gästen aus dem Ausland aus. Hier meldeten die Statistiker ein Minus von 7,2 Prozent.

Auch auf dem Arbeitsmarkt machte sich die Entwicklung bemerkbar. Die Zahl der Beschäftigten im Tourismus ging den Angaben zufolge um 0,3 Prozent zurück. Zum Stichtag Ende Juni 2025 waren demnach 64.500 Menschen in der sächsischen Tourismusbranche beschäftigt.

Regional verlief die Entwicklung jedoch unterschiedlich. Die größten Zugewinne verzeichnete laut Statistischem Landesamt die Region Chemnitz-Zwickau. Als wesentlicher Grund dafür gilt Chemnitz, das 2025 Kulturhauptstadt Europas war. Der Titel sorgte offenbar für zusätzliche Aufmerksamkeit und mehr touristische Nachfrage in der Region.

Für Sachsens Tourismus ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Während die Gesamtzahlen leicht nachgaben und vor allem internationale Gäste seltener kamen, konnte Chemnitz im Kulturhauptstadtjahr gegen den landesweiten Trend zulegen.