Dresden/Chemnitz/Leipzig - Die Sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) sehen die gewerbliche Wirtschaft im Freistaat zunehmend unter Druck. Grund seien vor allem erhebliche Kostensteigerungen, insbesondere bei den Kraftstoffpreisen. Viele Unternehmen könnten diese Mehrbelastungen nach eigenen Angaben nicht mehr eigenständig auffangen.
Am 17. April 2026 machten Vertreter des Verkehrsgewerbes im Rahmen einer Protestaktion in Leipzig auf die Situation aufmerksam. Beteiligt waren unter anderem Speditionen sowie Taxi-, Transport- und Umzugsunternehmen. Sie verwiesen auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der anhaltend hohen Kraftstoffpreise.
Vor diesem Hintergrund erneuern die Sächsischen Industrie- und Handelskammern ihre Forderung an die Bundesregierung nach weitergehenden Maßnahmen zur Entlastung der Wirtschaft. Aus Sicht der IHKs reichen die bisher angekündigten Schritte nicht aus. Insbesondere die geplante Absenkung der Energie- beziehungsweise Mineralölsteuer um 17 Cent könne lediglich ein erster Schritt sein.
Gefordert werden stattdessen umfassende und langfristig angelegte Strukturreformen. Diese sollen nach Auffassung der IHKs dazu beitragen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nachhaltig zu verbessern und Unternehmen stärker zu entlasten.
Dr. Fabian Magerl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig, erklärte im Namen der sächsischen IHKs, dass es über kurzfristige Maßnahmen hinausgehende Entscheidungen brauche. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten seien nachhaltige Reformen notwendig, um den Unternehmen Planungssicherheit zu geben.
Die Kammern sehen in den aktuellen Entwicklungen einen deutlichen Handlungsbedarf und appellieren an die Bundesregierung, entsprechende Reformen zügig umzusetzen.