Do., 21.08.2025 , 12:59 Uhr

Milliardeninvestitionen für Klimaziele bringen Vermieter unter Druck

Sächsischen Wohnungsgenossenschaften fehlt Geld

Sachsens Wohnungswirtschaft braucht Milliarden für Investitionen. Moderate Mieten lassen jedoch kaum Spielraum, um Klimaziele und Leerstandskosten zu bewältigen.

Heidenau - Der sächsischen Wohnungswirtschaft fehlt das Geld für dringend notwendige Investitionen. Allein für die Umsetzung der Klimaneutralität bis 2045 wären zusätzliche 17 Milliarden Euro erforderlich, erklärte Mirjam Philipp, Chefin des Verbandes sächsischer Wohnungsgenossenschaften. Diese Summe haben die Unternehmen bereits seit 1990 investiert.

Für die Mieter würde das theoretisch eine Erhöhung um zwei bis drei Euro pro Quadratmeter bedeuten. Doch als sozial orientierte Vermieter können die Genossenschaften nur moderat erhöhen. Derzeit liegt die Nettokaltmiete in einer Genossenschaftswohnung in Sachsen im Schnitt bei 5,62 Euro. Nach Abzug aller Kosten bleiben jedoch nur wenige Cent für Investitionen übrig.

Philipp betonte, dass die Genossenschaften für ihre Mieter Verantwortung tragen. In den vergangenen zehn Jahren seien die Mieten lediglich um 1,9 Prozent gestiegen und damit weit unterhalb der Inflation geblieben.

Auch der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vdw) sieht in Mieterhöhungen den einzigen Weg, die Investitionsfähigkeit zu sichern. Direktor Alexander Müller verwies darauf, dass die Unternehmen noch stabil seien, dies aber nur so bleibe, wenn man rechtzeitig gegensteuere. Der vdw vertritt rund 310.000 Wohnungen in Sachsen, wo die Nettokaltmiete im Durchschnitt bei 5,50 Euro liegt.

Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) verwies auf das bundesweit niedrige Mietniveau im Freistaat. Selbst in Dresden und Leipzig seien die Mieten im Vergleich zu anderen Großstädten günstiger. Moderate Erhöhungen seien daher zumutbar. Als Argumente führte sie unter anderem gestiegene Renten sowie mögliche Wohngeldzahlungen an. Gleichzeitig räumte sie ein, dass Mieterhöhungen auch psychologisch belastend seien.

Ein weiteres Problem der Branche ist der hohe Leerstand. Von rund 300.000 Wohnungen der Genossenschaften stehen etwa zehn Prozent leer, in manchen Regionen sogar bis zu 20 Prozent. Das verursacht jährlich rund 100 Millionen Euro Kosten, vor allem durch Betriebskosten.

Die Wohnungsunternehmen stehen damit vor einer doppelten Herausforderung: Klimaziele, die Milliarden erfordern, und Leerstände, die Geld binden.