Mo., 17.08.2026 , 11:49 Uhr

Historische Wandelgänge und Stuckdecken werden bis Herbst 2027 restauriert

Schauspielhaus Dresden: Foyers werden saniert

Im Dresdner Schauspielhaus laufen umfangreiche Sanierungsarbeiten. Für rund zwei Millionen Euro werden Foyers, Technik und Brandschutz erneuert.

Dresden - Seit Juli 2026 werden die Foyers des Schauspielhauses des Staatsschauspiels Dresden saniert. Die Niederlassung Dresden I des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement führt dort Erhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen durch. Gleichzeitig werden die Räume brandschutztechnisch ertüchtigt. Dabei sollen auch die denkmalpflegerischen Anforderungen berücksichtigt werden.

Die Arbeiten erstrecken sich über das Vestibül, die Parkett-Ebene sowie den ersten und zweiten Rang. Die Sanierung erfolgt in mehreren Bauabschnitten. Nach derzeitiger Planung sollen die Räume zur Spielzeiteröffnung im Herbst 2027 und damit zum Beginn der neuen Intendanz fertiggestellt sein.

Historisches Erscheinungsbild kehrt zurück

Ein Schwerpunkt liegt auf der Restaurierung der Wandelgänge nach historischem Vorbild. Die alten Gewölbe sollen ihre Stuckelemente zurückerhalten. Spiegel mit historischer Anmutung und schwere Vorhänge sollen den Foyers ebenfalls wieder ein entsprechendes Erscheinungsbild geben.

Bereits während der Spielzeitpause 2026 wurden die alten Garderoben auf den einzelnen Ebenen zurückgebaut. An ihrer Stelle sind moderne Gastronomie-Ausgabetresen mit speziellen Brandschutzrollos vorgesehen. Zudem wurden Erkundungsbohrungen vorgenommen und Öffnungen für eine neue Elektroverkabelung geschaffen.

Auch an Böden und Wänden wurde bereits gearbeitet. Zahlreiche alte Farbschichten wurden entfernt. Auf der Parkett-Ebene verschwand der rote Teppich. Anschließend wurde das Parkett geschliffen und der Fußboden neu versiegelt.

Historische Gemälde werden restauriert

Die historischen Gemälde der sogenannten „Ahnengalerie“ wurden während der Bauarbeiten von den Wänden genommen und gesichert. Sie befinden sich zur Restaurierung.

In der Spielzeit 2026/2027 sollen außerdem die historischen Stuckdecken wiederhergestellt und die Veranstaltungstechnik erneuert werden. Im Foyer des ersten Ranges wurden dafür bereits ein Gerüst und ein Tunnel in Trockenbauweise errichtet.

Der Spielbetrieb soll trotz der Bauarbeiten vollständig aufrechterhalten werden. Besucherinnen und Besucher können dadurch während ihres Theaterbesuchs auch den Fortgang der Sanierung verfolgen.

Rund zwei Millionen Euro Baukosten

Die genehmigten Gesamtbaukosten liegen bei rund zwei Millionen Euro. Finanziert wird die Maßnahme auch aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

Das Gebäude des Staatsschauspiels wurde am 13. September 1913 eröffnet und gehörte zu den ersten Stahlbetongebäuden Dresdens. Im Jahr 1945 wurde es teilweise zerstört und später wiederaufgebaut. Ab 1948 waren im Großen Haus des Staatstheaters Dresden Schauspiel, Staatskapelle und Oper untergebracht. Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt das Gebäude bei einer Komplettsanierung im Jahr 1995.