Mi., 18.06.2025 , 08:41 Uhr

Polizei sieht Erfolge durch Prävention und internationale Zusammenarbeit

Schockanrufe in Sachsen deutlich zurückgegangen

Schockanrufe und Enkeltricks halbieren sich in Sachsen. Polizei und LKA sehen darin Erfolge durch Aufklärung und grenzüberschreitende Ermittlungen.

Dresden – Die Zahl der sogenannten Schockanrufe und Enkeltrick-Fälle in Sachsen ist im Jahr 2024 deutlich gesunken. Wie das Landeskriminalamt (LKA) mitteilt, registrierte die Polizei 2024 knapp 770 Fälle – das sind rund 50 Prozent weniger als im Vorjahr mit etwa 1.550 Fällen. Auch die dadurch verursachte Schadenssumme hat sich halbiert und lag bei rund einer Million Euro – dem niedrigsten Stand seit 2020.

Am häufigsten kamen erneut Schockanrufe vor: Täter gaben sich am Telefon als Polizisten oder Angehörige aus und täuschten Notlagen vor, um Geld oder Wertgegenstände zu erschleichen. In 83 Fällen waren die Täter erfolgreich. Den klassischen Enkeltrick registrierte das LKA lediglich zweimal – dabei blieb es bei versuchten Betrügereien, ohne finanziellen Schaden.

Laut LKA handelt es sich bei den Tätern meist um international agierende Banden. Zehn Tatverdächtige konnten im vergangenen Jahr ermittelt werden. Der Rückgang der Fälle wird vor allem auf die intensive Präventionsarbeit in Sachsen und die internationale Strafverfolgung zurückgeführt. Seit 2023 läuft im Freistaat eine Aufklärungskampagne der Polizei, die sich gezielt an potenzielle Opfer, Angehörige und Bankmitarbeitende richtet.

Der Rückgang kommt nach Jahren des rapiden Anstiegs: Zwischen 2019 und 2023 hatte sich die Zahl der Schockanrufe in Sachsen von 130 auf 1.540 nahezu verzwölffacht. Dass die Wende gelungen ist, wertet das LKA als Erfolg gemeinsamer Bemühungen auf Landes- und internationaler Ebene.