Am 5. Dezember 2025 beteiligten sich nach Angaben der Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ bundesweit rund 55.000 Schülerinnen und Schüler an Protestaktionen in mehr als 90 Städten. In Dresden seien etwa 3.000 Jugendliche auf die Straße gegangen. Die Demonstrationen richteten sich gegen die Wiedereinführung eines verpflichtenden Kriegsdienstes.
Noch am selben Tag wurde der Beschluss über die Musterung für den Wehrdienst verabschiedet. Die Initiative kritisiert diese Entscheidung scharf und wirft der Politik vor, über die Zukunft junger Menschen zu entscheiden, ohne deren Perspektive ausreichend zu berücksichtigen.
Anton Festag aus Dresden erklärte im Rahmen der Proteste: „Wir gehen auf die Straße, weil wir nicht überhört werden wollen. Weil wir wollen, dass die Politik für die Mehrheit der Jugendlichen entscheidet und nicht gegen uns.“
Das Schulstreikkomitee verweist zudem auf eine aus seiner Sicht zunehmende Präsenz der Bundeswehr im öffentlichen Raum. Genannt werden unter anderem Werbemaßnahmen im öffentlichen Nahverkehr, Informationsangebote an Bildungseinrichtungen sowie Veranstaltungen wie Hochschulinformationstage.
Kritisch bewertet die Initiative auch Diskussionsformate und Informationsangebote, in denen militärische Themen aufgegriffen werden. Ziel der Bewegung sei es, eine gesellschaftliche Normalisierung von Krieg und militärischer Aufrüstung zu verhindern.
In diesem Zusammenhang wird auch auf Aussagen des früheren SPD-Außenpolitikers Egon Bahr verwiesen. Ein häufig zitiertes Statement Bahrs lautet: „In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten.“
Das Schulstreikkomitee fordert nach eigenen Angaben eine stärkere Ausrichtung staatlicher Mittel auf soziale und zivile Bereiche. Genannt werden unter anderem der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, mehr Schulsozialarbeit sowie Investitionen in Kunst- und Sozialprojekte.
Zudem spricht sich die Initiative für diplomatische Lösungen internationaler Konflikte und gegen eine verpflichtende Wehrpflicht aus.
Für den 5. März 2026 ruft das Schulstreikkomitee erneut zu einem Streik auf. Die Veranstaltung soll um 10 Uhr am Postplatz in Dresden beginnen. Eingeladen sind neben Schülerinnen und Schülern auch Studierende, Eltern und weitere Interessierte.
Nach Angaben der Mitorganisatorin Clara H. sei der Protest vom Dezember „erst der Anfang“ gewesen. Ziel bleibe es, ein deutliches Zeichen gegen die Wehrpflicht und für Friedensbemühungen zu setzen.