Dresden – Nach mehreren vereitelten Angriffen auf das Stromnetz fordert Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) bessere Möglichkeiten zum Schutz der Anlagen. Betroffen von den versuchten Angriffen ist auch Ostsachsen. Im MDR sprach sich Schuster dafür aus, Netzbetreibern den Einsatz intelligenter Videotechnik zu ermöglichen. Diese solle bei verdächtigen Vorgängen Alarm geben und auch das Umfeld der Anlagen ausleuchten können. Nach Angaben des Ministers dürfen Betreiber solche Technik derzeit noch nicht entsprechend einsetzen.
Auch bei der Überwachung durch Drohnen sieht Schuster Änderungsbedarf. Netzbetreiber sollten nach seiner Vorstellung ihre Anlagen selbst über größere Distanzen hinweg mit Drohnen kontrollieren dürfen. Damit könnten insbesondere weitläufige Bereiche der Strominfrastruktur überwacht werden.
Darüber hinaus fordert der Innenminister einen restriktiveren Umgang mit Informationen über kritische Infrastruktur im Internet. Nach seiner Einschätzung sind derzeit zahlreiche Angaben zu Standorten, Anlagen und Verbindungen öffentlich zugänglich. Schuster kritisierte, dass mit diesen Informationen zu freizügig umgegangen werde.
Aus Sicht des Innenministers müsse deshalb grundsätzlich neu bewertet werden, welche Daten über wichtige Infrastrukturanlagen öffentlich einsehbar sein sollten. Neben technischen Schutzmaßnahmen sieht Schuster damit auch bei der Veröffentlichung sensibler Informationen Handlungsbedarf.