Do., 06.11.2025 , 09:22 Uhr

DVB melden doppelt so viele Fahrgäste ohne Ticket wie in den Vorjahren

Schwarzfahrer-Quote in Dresden stark gestiegen

In Dresden wurde 2025 deutlich mehr Schwarzfahrer festgestellt. Die Quote liegt laut DVB bei rund fünf Prozent – doppelt so hoch wie in den Vorjahren. Der Schaden geht in die Millionen.

Dresden - In den Bussen und Bahnen Mitteldeutschlands sind 2025 deutlich mehr Menschen ohne gültigen Fahrschein unterwegs. Besonders in Dresden registrierten die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) einen starken Anstieg der Schwarzfahrer-Quote.

Nach Angaben des Unternehmens waren rund fünf Prozent der Fahrgäste ohne gültiges Ticket unterwegs – etwa doppelt so viele wie in den vergangenen Jahren, in denen die Quote bei 2,5 bis 3 Prozent lag. Grund sei unter anderem die verstärkte Kontrolltätigkeit nach den Pandemiejahren.

Hochgerechnet auf die rund 184 Millionen Fahrgäste des Vorjahres bedeutet das laut DVB einen Einnahmeverlust von rund drei Millionen Euro. Da die Quote deutlich gestiegen ist, rechnen die Verkehrsbetriebe mit einem nahezu doppelt so hohen finanziellen Schaden wie in den Vorjahren. Die DVB betonen, dass fehlende Ticketeinnahmen letztlich durch Steuergelder ausgeglichen werden müssten – daher bestehe dringender Handlungsbedarf.

Auch in Magdeburg ist ein Anstieg zu beobachten. Die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) verzeichneten eine Schwarzfahrer-Quote von etwa fünf Prozent. In den vergangenen Jahren lag sie bei rund drei Prozent. Der Schaden bewege sich laut MVB im mittleren sechsstelligen Bereich, wobei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen sei.

In Halle (Saale) sank die Zahl der festgestellten Schwarzfahrer dagegen leicht: In diesem Jahr wurden bisher 14.300 Personen ohne Ticket erwischt – nach 15.700 im Jahr 2024 und 24.200 im Jahr 2022.

Etwas stabiler zeigen sich die Zahlen in Thüringen. Laut der Verkehrsgemeinschaft Mittelthüringen (VMT) blieb die Zahl der Schwarzfahrer weitgehend konstant – teilweise sogar trotz steigender Fahrgastzahlen. In Erfurt wurden bis Ende September rund 8.600 Schwarzfahrer ermittelt, im Vorjahr waren es rund 9.000. Der Schaden liegt bislang bei rund 446.000 Euro.

Auch in Jena, Weimar und dem Saale-Holzland-Kreis bewegen sich die Werte auf ähnlichem Niveau: In Jena wurden 3.100 Schwarzfahrer registriert, in Weimar knapp 600.

Die Bundespolizei stellte zwischen Januar und September in den Regional- und Fernzügen der drei mitteldeutschen Bundesländer 8.400 Reisende ohne gültiges Ticket fest. Im gesamten Jahr 2024 waren es rund 9.600. Zur Höhe des Schadens liegen keine genauen Angaben vor.