Do., 23.04.2026 , 14:32 Uhr

Investorwechsel soll Dresdner Network Hub am Hauptbahnhof voranbringen

Simmel Holding soll Fernbusterminal übernehmen

Das Fernbusterminal-Projekt am Dresdner Hauptbahnhof soll von der Simmel Holding übernommen werden. Die Stadt sieht darin einen wichtigen Schritt für die Umsetzung.

Dresden - Das lange geplante Fernbusterminal an der Westseite des Wiener Platzes in Dresden soll einen neuen Investor bekommen. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, soll die Simmel Holding das Projekt „Network Hub“ vom bisherigen Vorhabenträger S&G Development GmbH übernehmen. Nach Angaben der Beteiligten laufen dazu derzeit finale Gespräche. Für das Vorhaben besteht bereits Baurecht.

Geplant ist seit mehreren Jahren ein größerer Gebäudekomplex an der Westseite des Wiener Platzes. Vorgesehen sind ein Fernbusbahnhof, ein öffentliches Fahrradparkhaus, Büroflächen sowie weitere Nutzungen. Mit dem Eigentümerwechsel könnte das Projekt nun einen entscheidenden Schritt in Richtung Realisierung machen.

Dresdens Baubürgermeister Stephan Kühn bezeichnete die mögliche Übernahme als gute Nachricht. Die Stadt habe ein großes Interesse daran, dass der lange geplante Fernbusbahnhof gebaut werde und das bisherige Provisorium südlich des Hauptbahnhofs ersetze. Aus städtebaulicher Sicht sei das Vorhaben zudem ein wichtiger Beitrag, um das Umfeld des Hauptbahnhofs und des Wiener Platzes aufzuwerten und baulich zu fassen. Auch der Bedarf für ein Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof sei nach Einschätzung der Stadt offensichtlich.

Peter Simmel von der Simmel Holding erklärte, das Fernbusterminal mit Fahrradparkhaus sei ein anspruchsvolles und für Dresden zugleich wichtiges Projekt. Er wolle sich dafür engagieren und das Vorhaben zügig in die Umsetzung bringen. Auch S&G-Geschäftsführer Dr. Ingo Seidemann äußerte sich positiv zu dem geplanten Wechsel. Mit der Simmel Holding habe man einen starken Partner gefunden, um das Projekt zu Ende zu führen.

Parallel dazu plant die Landeshauptstadt Dresden, ihren Zuschuss für das vorgesehene Fahrradparkhaus zu erhöhen. Hintergrund sind gestiegene Baukosten seit Beginn der Planung im Jahr 2020. Diese betreffen nach Angaben der Stadt nicht nur das Gesamtvorhaben, sondern auch das Fahrradparkhaus innerhalb des Gebäudes. Der Zuschuss soll deshalb von bislang 1,5 Millionen Euro auf 2,5 Millionen Euro steigen.

Mit der Erhöhung will die Stadt nach eigenen Angaben sicherstellen, dass das Projekt trotz schwieriger Bedingungen in der Bauwirtschaft zeitnah umgesetzt werden kann. Zugleich soll damit gewährleistet werden, dass das Fahrradparkhaus entsprechend den geschlossenen Verträgen mindestens 20 Jahre lang privat betrieben wird. Finanziert werden soll der Zuschuss aus Einnahmen der Stellplatzablöse. Eine entsprechende Vorlage hat die Verwaltung auf den Weg gebracht.

Der geplante Gebäudekomplex soll aus vier miteinander verbundenen Baukörpern unterschiedlicher Höhe bestehen. Vorgesehen sind ein mehr als 43 Meter hohes Hochhaus direkt am Wiener Platz, ein überdachtes Fernbusterminal mit zehn Steigen sowie ein Fahrradparkhaus mit 800 Stellplätzen. Darüber hinaus sind Flächen für Gastronomie, ein Boardinghouse, Büros und Servicebereiche geplant.

Die Investitionskosten werden auf rund 100 Millionen Euro geschätzt. Den Architekturentwurf lieferte nach den vorliegenden Angaben das Architekturbüro Knerer und Lang aus Dresden.

Mit dem geplanten Investorwechsel könnte eines der größeren Verkehrs- und Stadtentwicklungsprojekte rund um den Dresdner Hauptbahnhof neuen Schwung erhalten. Ob und wann die Übernahme endgültig vollzogen wird, ist nach der Mitteilung derzeit noch Gegenstand der laufenden Gespräche.