Dresden - Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung hat mit einer Partnerkonferenz in Dresden ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert. Knapp 100 Vertreterinnen und Vertreter aus politischer, historischer und kultureller Bildung kamen zusammen, um über die Zukunft politischer Bildung zu diskutieren. Die SLpB wurde am 1. Juli 1991 gegründet.
Die Konferenz stand unter dem Titel „Was leistet politische Bildung und weshalb ist sie unverzichtbar?“. Im Mittelpunkt standen die Rolle politischer Bildung in einer Demokratie, die Bedeutung gesellschaftlichen Zusammenhalts und die Frage, wie politische Bildung Menschen dabei unterstützen kann, politische Entwicklungen einzuordnen und Verantwortung zu übernehmen.
Gleichzeitig erinnerte die Veranstaltung an ein weiteres Jubiläum: Vor 50 Jahren wurde der Beutelsbacher Konsens formuliert. Seine Grundsätze der Überwältigungsfreiheit, Kontroversität und eigenständigen Urteilsbildung prägen die politische Bildung bis heute.
SLpB-Direktor Dr. Roland Löffler bezeichnete den Beutelsbacher Konsens als wichtigen Orientierungspunkt für die Gegenwart. Er sei „kein historisches Dokument für das Archiv, sondern ein Kompass für die politische Bildung unserer Zeit“. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Polarisierung und wachsender Desinformation helfe er dabei, Orientierung zu geben, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und demokratische Debatten zu stärken.
Löffler betonte außerdem die Bedeutung politischer Bildung für eine funktionierende Demokratie. „Politische Bildung ist praktizierter demokratischer Optimismus“, sagte er. Sie lebe von der Überzeugung, dass Menschen ihre Gesellschaft mitgestalten können. Demokratie brauche Bürgerinnen und Bürger, die informiert sind, Verantwortung übernehmen und sich konstruktiv mit anderen auseinandersetzen.
Seit ihrer Gründung begleitet die SLpB nach eigenen Angaben die demokratische Entwicklung Sachsens. Heute arbeitet sie mit rund 160 Kooperationspartnern zusammen und organisiert Veranstaltungen im gesamten Freistaat. Zudem baut die Landeszentrale ihre Angebote in der politischen Medienbildung und digitalen Bildung kontinuierlich aus.
Mit Blick auf die Zukunft sprach sich Löffler für eine gesetzliche Verankerung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung aus. Diese würde aus seiner Sicht Klarheit, Resilienz und langfristige Planbarkeit schaffen. Zugleich wäre sie ein Signal für die Bedeutung politischer Bildung und für die Arbeit der Partner, die sich für demokratische Kultur engagieren.