Die Sojabohne gewinnt auf Sachsens Feldern an Bedeutung. Nach Angaben des Landesbauernverbandes ist die Anbaufläche gegenüber 2025 um 40 Prozent auf 2.600 Hektar gestiegen. Die Kultur gilt als vergleichsweise hitzeverträglich und kommt mit Trockenheit im Frühjahr besser zurecht als manche heimische Pflanze. Landwirt Stefan Hesse aus Malschwitz baut seit sieben Jahren auf rund 20 Hektar Sojabohnen an. Da die Pflanzen erst ab Juli besonders viel Wasser benötigen, verteile der Anbau das wirtschaftliche Risiko auf mehrere Kulturen. Zudem seien die Preise stabil und wegen des hohen Proteingehalts höher als bei Erbsen.
Sojabohnen können mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff binden und so den Bedarf an mineralischem Dünger verringern. Vor der Aussaat müssen die für die nicht heimische Kultur notwendigen Bakterien allerdings aufgebracht werden. Neben Soja könnten künftig auch Sonnenblumen, Sorghum-Hirse, Kichererbsen, Lupinen, Quinoa oder Amarant an Bedeutung gewinnen. Deutschland deckt bislang nur etwa drei Prozent seines Sojabedarfs aus heimischem Anbau. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Tofu: Bei Rewe hat sie sich nach Unternehmensangaben innerhalb von drei bis vier Jahren verdoppelt.