Dresden/Berlin - Die sorbische Kultur steht im Mittelpunkt einer neuen Veranstaltung in der Bundeshauptstadt: Erstmals lädt die Sächsische Landesvertretung in Berlin zum „Sorbischen Ostermarkt – Serbske jutrowne wiki“ ein. Ziel ist es, die jahrhundertealten Ostertraditionen der Sorben einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen.
Am 21. März präsentieren Volkskünstlerinnen ihre Arbeiten, teilweise in traditioneller sorbischer Tracht. Ein zentraler Bestandteil des Programms sind Workshops, in denen Besucher das Verzieren von Ostereiern in der sogenannten Bossiertechnik kennenlernen können.
Die sorbischen Osterbräuche gehören zu den bekanntesten kulturellen Traditionen der Minderheit. Besonders das kunstvolle Verzieren von Ostereiern sowie das Osterreiten ziehen jedes Jahr zahlreiche Besucher an.
Nach Angaben des sächsischen Ministeriums für Kultur und Tourismus haben diese Bräuche eine lange Geschichte und sind tief in der regionalen Identität verankert.
Die Pflege und der Erhalt der sorbischen Kultur sind im Freistaat Sachsen von besonderer Bedeutung. Der Schutz der Sprache und Traditionen ist in der sächsischen Verfassung verankert.
Franziska Brech, Beauftragte der Staatsregierung für Angelegenheiten der Sorben, betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen für die Sichtbarkeit und den Erhalt des kulturellen Erbes.
Die Sorben sind eine der vier anerkannten Minderheiten in Deutschland. Rund 60.000 Sorbinnen und Sorben leben in der Lausitz, die sich über Teile Sachsens und Brandenburgs erstreckt.
Neben den Ostertraditionen pflegen sie zahlreiche weitere Bräuche, darunter das Zampern oder das Waleien. Diese spiegeln die kulturelle Vielfalt und die eigenständige Identität der sorbischen Gemeinschaft wider.