Do., 21.08.2025 , 13:15 Uhr

Fördermittel für neue E-Busse drohen verloren zu gehen

Sparkurs gefährdet Nahverkehr in Dresden

Die Dresdner Verkehrsbetriebe stehen unter Druck: Ohne Investitionen drohen Ausfälle, steigende Kosten und der Verlust von 23,3 Millionen Euro Fördermitteln.

Dresden - Der harte Sparkurs von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bringt die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) in große Schwierigkeiten. Besonders kritisch ist die Lage bei Investitionen in Betriebshöfe, Infrastruktur und Fuhrpark.

Ein zentrales Problem ist die dringend notwendige Erneuerung der Busflotte. Zwar liegt ein Förderbescheid des Freistaates über 23,3 Millionen Euro für die Beschaffung von 45 Elektrobussen vor, doch die erforderlichen Eigenmittel fehlen. Damit droht nicht nur der Verlust der Fördergelder, sondern auch ein deutlicher Anstieg der Wartungs- und Instandhaltungskosten. Allein diese Mehrkosten könnten sich laut Verwaltung auf 500.000 Euro pro Jahr belaufen.

Ohne Investitionen wird zudem die Betriebssicherheit gefährdet: Altfahrzeuge könnten wegen technischer Mängel ausfallen, was Störungen und Angebotslücken nach sich zieht.

Die Fraktion Die Linke reagierte sofort mit einem Eilantrag an den Stadtrat. Sie fordert, die Betriebssicherheit der DVB unverzüglich abzusichern und den Verlust der Fördermittel zu verhindern. Fraktionsvorsitzender André Schollbach kritisierte die „kurzsichtige Rotstiftpolitik“ des Oberbürgermeisters, die langfristig die Qualität des Nahverkehrs gefährde.

Auch Stadtrat Tilo Kießling (Die Linke) und Jens Matthis, Mitglied des DVB-Aufsichtsrates, warnen vor gravierenden Folgen. Dresden habe einen Nahverkehr, „um den uns andere Großstädte beneiden“. Dieser dürfe nicht kaputtgespart werden.

Besonders umstritten ist die Zukunft des 10-Minuten-Takts. Laut DVB-Experten sind Einsparungen im Liniennetz kaum möglich. Dennoch könnte es ab 2027 zu Angebotseinschränkungen kommen, wenn der Sparkurs bestehen bleibt.

Susanne Krause, mobilitätspolitische Sprecherin der Bündnisgrünen, warnt: „Schnelle Einsparungen sind nur durch Verschlechterung des Angebots möglich.“ Sie verweist auf fast 40.000 gesammelte Unterschriften gegen Kürzungen.

Die Grünen fordern daher eine stabile DVB-Finanzierung auf drei Säulen: eine Ausweitung der Querfinanzierung durch die SachsenEnergie, mehr Unterstützung von Bund und Land sowie eine stärkere Beteiligung des städtischen Haushalts. Zusätzliche Einnahmen könnten durch höhere Parkgebühren oder ein Gästeticket erzielt werden.