Fr., 09.01.2026 , 10:06 Uhr

Schnee, Glätte und Unfälle fordern Verkehr, Kliniken und Alltag

Sturmtief Elli sorgt für Schnee und Glätte in Sachsen

Sturmtief „Elli“ bringt Schnee, Glätte und Einschränkungen nach Sachsen. Betroffen sind Verkehr, Schulen, Nahverkehr und öffentliche Einrichtungen.

Update

Sachsen - Das Sturmtief „Elli“ hält den Freistaat weiter fest im Griff. Anhaltender Schneefall, Minusgrade und Glätte führen nicht nur zu massiven Verkehrsproblemen, sondern stellen auch das Gesundheitswesen vor zusätzliche Herausforderungen. Nach Angaben des Deutscher Wetterdienst kommt es landesweit zu winterlichen Straßenverhältnissen, teils begleitet von Wind und gefrierendem Regen.

Kliniken verzeichnen mehr Patientinnen und Patienten

Die Auswirkungen des Winterwetters sind auch in den Krankenhäusern deutlich spürbar. Am Uniklinikum Dresden wird seit Beginn der Woche ein spürbarer Anstieg der Patientenzahlen registriert. Besonders die Notaufnahme sowie die Unfallchirurgie sind stärker gefordert. Neben witterungsbedingten Stürzen nehmen auch Atemwegserkrankungen zu.

„Seit Beginn der Woche beobachten wir ein erhöhtes Patientenaufkommen in der Notaufnahme. Die Ursachen betreffen alle medizinischen Bereiche und gehen über witterungsbedingte Notfälle hinaus“, erklärt Dr. Konrad Kamin, Leiter des Zentrums für Notfallmedizin. Auch die Organisation des Klinikbetriebs sei herausfordernder, da Schnee und Eis die Erreichbarkeit von Mitarbeitenden erschweren können. Dennoch sei das Klinikum personell und organisatorisch auf die Situation eingestellt.

Die Klinikleitung appelliert zugleich an die Bevölkerung, unnötige Wege zu vermeiden und bei Glätte besonders vorsichtig zu sein. Umsichtiges Verhalten könne nicht nur Unfälle verhindern, sondern auch das Gesundheitssystem entlasten. Bei leichten Verletzungen ohne akute Symptome sei nicht immer die Notaufnahme die erste Anlaufstelle; auch Hausärzte oder der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 kämen infrage.

Zahlreiche Unfälle und blockierte Straßen

Die winterlichen Bedingungen führten am Freitagmorgen zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Im Bereich der Polizeidirektion Leipzig wurden zwischen 6 und 11 Uhr insgesamt 33 Unfälle registriert, davon 15 allein im Stadtgebiet Leipzig. In mehreren Fällen blockierten Lkw wegen Glätte Autobahnabfahrten und Bundesstraßen, unter anderem auf der A9, A14, A72 und auf der B93. Teilweise mussten Straßen komplett gesperrt werden.

Besonders dramatisch stellte sich die Lage auf der A4 in Ostsachsen dar. In Höhe Ottendorf-Okrilla waren beide Fahrtrichtungen wegen querstehender und liegen gebliebener Lkw blockiert. Der Winterdienst kam zeitweise nicht durch, der Verkehr stand vollständig still. Die Polizei rief Autofahrer erneut dazu auf, ihre Fahrweise an die Witterung anzupassen und wenn möglich auf Fahrten zu verzichten.

Einschränkungen im Nahverkehr und bei Einrichtungen

Auch der öffentliche Nahverkehr ist betroffen. Im Vogtland wurde bereits am Donnerstag ein Winterfahrplan eingeführt. Die Vogtlandbahn lässt mehrere Regionalbahnverbindungen ausfallen und ersetzt sie durch Busse. Fahrzeiten verlängern sich, Verspätungen und kurzfristige Ausfälle sind möglich.

In Chemnitz blieben der Tierpark sowie das Wildgatter Oberrabenstein am Freitag geschlossen. Zudem kam es im Süden der Stadt zu Straßensperrungen, die B95 am Harthauer Berg war stadtauswärts nur mit Schneeketten befahrbar.

Wegen Glätte und Astbruch warnte auch das Schlösserland Sachsen vor Besuchen in Parkanlagen. Einzelne Schlossparks, darunter der Park von Schloss Rammenau, bleiben vorerst geschlossen. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, sich vorab über die aktuelle Lage zu informieren.

Gute Bedingungen für Wintersportler

Neben den Einschränkungen bringt das Winterwetter auch positive Effekte. In Sachsens Skigebieten herrschen gute Wintersportbedingungen. Am Fichtelberg sind die meisten Pisten, Lifte und Loipen geöffnet. Auch in Eibenstock und Altenberg melden Betreiber ausreichend Schnee und gute Bedingungen für Ski- und Rodelbetrieb.

Appell an Bevölkerung

Behörden, Kliniken und Verkehrsbetriebe appellieren übereinstimmend an die Bevölkerung, sich umsichtig zu verhalten. Angepasstes Tempo im Straßenverkehr, geeignetes Schuhwerk und das Vermeiden unnötiger Wege seien entscheidend, um Risiken zu reduzieren. Angesichts der anhaltenden Wetterlage bleibt die Situation weiterhin angespannt.