Dresden - Im Tarifkonflikt des Nahverkehrs in Sachsen sind die Verhandlungen erneut aufgenommen worden. Nach Warnstreiks und einer Fristsetzung durch die Gewerkschaft ver.di sind die Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch zurückgekehrt.
In der fünften Verhandlungsrunde am 25. März wurden nach Angaben der Tarifparteien intensive Gespräche geführt. Ein neues Angebot der Arbeitgeberseite wurde dabei jedoch nicht vorgelegt. Stattdessen kündigten die Arbeitgeber an, in der nächsten Verhandlungsrunde am 2. April ein offizielles Angebot unterbreiten zu wollen.
Die Tarifkommission von ver.di will Anfang der kommenden Woche über mögliche weitere Maßnahmen beraten. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Sven Vogel, erklärte, Fahrgäste könnten zunächst davon ausgehen, dass es bis zum 2. April keine weiteren Warnstreiks geben werde. Damit solle den Arbeitgebern Zeit eingeräumt werden, ein tragfähiges Angebot vorzulegen.
Sollte es in der kommenden Verhandlungsrunde zu keiner Einigung kommen oder kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt werden, könnten ab dem 3. April erneut Streikmaßnahmen folgen. Diese könnten nach Angaben der Gewerkschaft auch umfangreicher ausfallen.
Die Verantwortung für eine mögliche Eskalation liege nun bei den Arbeitgebern, so die Gewerkschaft weiter.
Die Tarifverhandlungen betreffen die sogenannte AVN-Gruppe Sachsen. Die entsprechenden Tarifverträge finden Anwendung bei mehreren Verkehrsunternehmen im Freistaat. Dazu zählen unter anderem der Regionalverkehr Westsachsen in Zwickau, die Verkehrsgesellschaft Meißen, die DVS Dresden, die Görlitzer Verkehrsbetriebe sowie DB Regio Bus Ost.
Darüber hinaus sind weitere regionale Busunternehmen in verschiedenen Teilen Sachsens betroffen, darunter Betriebe in Chemnitz, dem Erzgebirge, der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge sowie der Oberlausitz.
Für Fahrgäste bedeutet die aktuelle Situation vorerst Planungssicherheit bis Anfang April. Ob es danach zu weiteren Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr kommt, hängt maßgeblich vom Verlauf der nächsten Verhandlungsrunde ab.