Dresden. Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Dresden gegen die AfD demonstriert. Zu der Kundgebung auf dem Theaterplatz hatte die Bewegung „Zeit zum Handeln“ aufgerufen. Medienberichten zufolge beteiligten sich rund 3.000 bis 4.000 Menschen. Die Polizei machte keine eigenen Angaben zur Teilnehmerzahl.
Der Theaterplatz füllte sich nach Beginn der Kundgebung schnell. Gleichzeitig waren zahlreiche Besucher wegen eines Tages der offenen Tür in der Semperoper in der Dresdner Innenstadt unterwegs.
Hintergrund der Demonstration war auch der Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die Organisatoren sehen darin ein Signal für einen zunehmenden Rechtsruck und wollen nach eigenen Angaben Menschen zum politischen Engagement bewegen.
Organisator Matthias Lüth erklärte, es sei gerade jetzt wichtig, den Menschen ein Angebot zum Mitmachen zu machen. Er äußerte zugleich die Sorge, dass gesellschaftlich benachteiligte Menschen bei einer möglichen Regierungsbeteiligung der AfD zusätzlich unter Druck geraten könnten.
Dabei verwies Lüth auch auf den Begriff „Remigration“, der von AfD-Vertretern verwendet wird. Nach seiner Einschätzung könnte sich eine politische Entwicklung in Sachsen-Anhalt auch auf andere Bundesländer und die Bundespolitik auswirken.
Die Bewegung „Zeit zum Handeln“ fordert nach der Wahl zugleich Konsequenzen von den anderen Parteien. Diese müssten sich stärker öffnen und mehr Möglichkeiten schaffen, damit Bürger sich politisch beteiligen und ihre Anliegen einbringen können.
Politik finde nicht ausschließlich in Parlamenten statt, betonte Lüth. Auch Menschen, die sich im Alltag engagierten oder an Demonstrationen beteiligten, seien Teil des politischen Prozesses.
Bereits am Samstag waren auch in Leipzig mehrere Tausend Menschen auf die Straße gegangen. Rund 3.000 Teilnehmer beteiligten sich dort an einer Demonstration gegen Rechtsextremismus auf dem Leipziger Markt.
Damit fanden an diesem Wochenende in gleich mehreren sächsischen Städten Kundgebungen als Reaktion auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt statt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Politik und Gesellschaft künftig mit dem weiteren Erstarken der AfD umgehen.