Di., 14.07.2026 , 13:44 Uhr

Tiger-Attacke bei Leipzig: Schwer verletzter Tierpfleger gestorben

Rund zwei Monate nach dem Ausbruch eines Tigers aus einer privaten Tierhaltung in Dölzig ist ein 72-jähriger Helfer seinen schweren Verletzungen erlegen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassung.

72-Jähriger stirbt an den Folgen der Attacke

Der Mann sei am 10. Juli an den Folgen seiner schweren Verletzungen gestorben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Er war Mitte Mai von einem ausgewachsenen männlichen Tiger in einem Gewerbegebiet in Dölzig bei Leipzig angegriffen worden.

Die Raubkatze war zuvor aus dem privaten Gehege einer ehemaligen Zirkusartistin entkommen. Wie es zu dem Ausbruch kommen konnte, ist weiterhin unklar.

Nach dem Tod des 72-Jährigen werde nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassung ermittelt. Gegen wen sich die Ermittlungen konkret richten, teilte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht mit.

Polizei erschoss Tiger nahe einer Kleingartenanlage

Nach dem Angriff hatte sich das Tier einer angrenzenden Kleingartenanlage genähert. Da eine Gefahr für die dortigen Menschen nicht ausgeschlossen werden konnte, erschossen Polizeibeamte den Tiger nur wenige Meter von der Anlage entfernt.

Die Halterin befand sich zum Zeitpunkt des Vorfalls nach eigenen Angaben nicht auf dem Gelände. Später erklärte sie, sie könne sich den Ausbruch nicht erklären. Sie habe nichts falsch gemacht, ihre Helfer seien vollständig eingewiesen gewesen.

Sechs Raubkatzen nach Spanien gebracht

Neben dem getöteten Tiger lebten auf dem Gelände acht weitere Raubkatzen. Der Umgang mit den Tieren hatte nach dem Vorfall wochenlange Diskussionen ausgelöst.

Inzwischen wurden sechs der Tiere in eine Auffangstation nach Spanien gebracht. Nach Angaben des Landratsamtes Nordsachsen war das Areal für die dort gehaltene Anzahl an Tigern zu klein.