Mo., 18.05.2026 , 13:08 Uhr

Nach dem Vorfall in Schkeuditz hoffen Nachbarn auf Konsequenzen

Tiger-Ausbruch: Anwohner erleichtert

Nach dem Tiger-Ausbruch in Schkeuditz berichten Anwohner von Anspannung und Angst. Ein 72-Jähriger wurde schwer verletzt.

Leipzig - Einen Tag nach dem Ausbruch eines Tigers in Schkeuditz bei Leipzig zeigen sich Anwohner erleichtert. Der Vorfall hatte am Sonntag für einen größeren Einsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften gesorgt. Ein 72-jähriger Mann wurde schwer verletzt. Das Tier wurde später von der Polizei im Bereich einer Gartenanlage erschossen.

Eine Anwohnerin schilderte, wie sie den Einsatz erlebte. Silvia Kaempf, die eine Laube in einem angrenzenden Kleingartenverein hat, war gerade mit ihrem Ehemann angekommen, als Polizisten sie über den Ausbruch des Raubtieres informierten. Sie habe sofort ins Auto steigen und dieses abschließen sollen. Nach ihren Angaben lag der Tiger nur wenige Meter von einem kleinen Zaun zur Kleingartenanlage entfernt.

Kaempf berichtete außerdem, dass Polizisten auf ein Autodach gestiegen seien und dreimal auf den Tiger geschossen hätten. Danach habe es Entwarnung gegeben. In der Situation habe es eine große innere Anspannung gegeben. Nun hoffe sie, dass die übrigen Tiere in gute Hände kommen.

Nach bisherigen Angaben war der ausgewachsene Tiger aus der privaten Anlage einer ehemaligen Zirkus-Artistin in einem Gewerbegebiet entkommen. Laut Polizei bestand nach dem Einsatz keine Gefahr mehr für die Bevölkerung. Weitere Tiere seien nicht entkommen.

Unklar ist weiterhin, wie viele Tiere sich noch auf dem Gelände befinden. Am Tag nach dem Vorfall waren weitere ausgewachsene Tiger in einem Zirkuswagen zu sehen. Dabei handelt es sich um einen Lastwagenaufleger, der an der gesamten Breite von einem mit Gitter gesicherten Zaun umgeben ist. So können die Tiere nach draußen gelangen. Die Besitzerin war nicht zu sprechen.

Auch die Rettung des schwer verletzten 72-Jährigen erfolgte unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Nach Angaben von Patrick Siebeck, Einsatzleiter der Feuerwehr Dölzig, gingen die Rettungskräfte unter Polizeischutz in das Gehege. Zu diesem Zeitpunkt sei unklar gewesen, ob noch weitere Tiere frei herumlaufen. Der Verletzte erlitt mehrere Biss- und Kratzverletzungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Für den Einsatz rückte die Feuerwehr mit mehreren Großfahrzeugen an. Außerdem wurde eine Drohne eingesetzt, um die Lage aus der Luft zu überwachen.

Nachbarn und Anwohner hoffen nun, dass der Vorfall Konsequenzen für die private Tigerhaltung hat. Ein Gewerbetreibender aus der unmittelbaren Nachbarschaft berichtete, seine Mitarbeiter hätten morgens zunächst aus dem Auto geprüft, ob alles sicher sei. Er selbst habe jahrelang Albträume gehabt.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen aufgenommen. Was mit den übrigen Tieren geschehen soll, ist derzeit noch unklar.