Sa., 11.07.2026 , 09:16 Uhr

Forscher rechnen mit einer dauerhaften Ansiedlung der eingeschleppten Art

Tigermücke breitet sich in Sachsen weiter aus

Die Tigermücke dürfte sich dauerhaft in Sachsen etablieren. Experten erklären die Risiken und wie Bürger ihre Ausbreitung bremsen können.

Tigermücke wird sich wohl dauerhaft ansiedeln

Die Asiatische Tigermücke und die Asiatische Buschmücke werden sich nach Einschätzung von Forschern weiter in Sachsen ausbreiten. Besonders die Tigermücke dürfte sich dauerhaft etablieren, sagte der Dresdner Insektenkundler Matthias Nuß. Mildere Winter begünstigten die Entwicklung.

Bei einem Monitoring im Großraum Dresden wurden 2025 insgesamt 25 der 53 in Deutschland bekannten Mückenarten nachgewiesen. Die Asiatische Buschmücke ist bereits in mehreren Regionen Sachsens verbreitet, darunter Dresden, Meißen, Döbeln, Chemnitz, das Erzgebirge und das Vogtland.

Kleine Wasserstellen als Brutplätze

Die eingeschleppten Mückenarten treten bislang vor allem in Siedlungsgebieten auf. Schon kleine Wasseransammlungen in Blumentopfuntersetzern, Regentonnen oder Kinderspielzeug können als Brutstätten dienen. Behörden rufen deshalb dazu auf, stehendes Wasser regelmäßig zu entfernen oder abzudecken.

In Deutschland ist bislang keine lokale Übertragung von Dengue- oder Chikungunya-Viren durch die Tigermücke bekannt. Experten halten solche Fälle langfristig dennoch für möglich.

Vorkommen in der Dresdner Neustadt

Ein bekanntes Vorkommen befindet sich in der Dresdner Neustadt. Dort wurden 2025 insgesamt 17 Tigermücken in Fallen gefangen. Weitere Fundorte sind bislang nicht bestätigt. Da es kein flächendeckendes Monitoring gibt, ist die tatsächliche Verbreitung jedoch unklar.

Verdächtige Mücken können fotografiert oder unbeschädigt an die Landesuntersuchungsanstalt beziehungsweise den Mückenatlas geschickt werden. Die Flugzeit der Tigermücke reicht voraussichtlich von Ende Juni bis Ende September.