Draußen ist es kalt und ungemütlich, die Hausaufgaben sind erledigt und in der Küche duftet es schon nach Popcorn. Ein gemeinsamer Filmeabend fühlt sich gerade im Winter genau nach dem richtigen Programm an. Für Kinder ist er oft das Highlight der Woche, für die Eltern hingegen eine schöne Gelegenheit, gemeinsam zur Ruhe zu kommen.
Damit der Abend aber nicht in Diskussionen über die Filmauswahl oder müde Augen endet, lohnt es sich, den Filmeabend vorher bewusst zu planen und auf die Bedürfnisse aller Familienmitglieder abzustimmen.
Die wichtigste Frage lautet fast immer: Was schauen wir? Während ältere Kinder Spannung und Tempo mögen, reagieren jüngere Kinder oftmals sensibler auf laute Geräusche, schnelle Schnitte oder düstere Bilder. Die Altersfreigabe der FSK ist dafür eine gute Orientierung, reicht aber allein nicht aus. Ob ein Film wirklich passt, hängt nämlich stark vom einzelnen Kind ab, denn manche Kinder lieben Spannung, andere wiederum erschrecken sich schnell oder verlieren bei zu vielen Handlungssträngen den Überblick. Hier ist also das Gespür der Eltern gefragt, da diese die Vorlieben, Ängste und Belastungsgrenzen ihres Kindes am besten kennen.
Auch die Länge des Filmes spielt eine große Rolle. Generell sollt es gerade abends lieber ein etwas kürzerer Film sein, der bis zum Ende Spaß macht, als ein zu langer, bei dem die Hälfte der Familie gedanklich schon im Bett ist.
Faustregeln zur Filmlänge
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Alter |
Empfohlene Dauer |
Einschätzung |
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3 bis 5 Jahre |
ca. 20 bis 30 Minuten |
kurze, ruhige Formate |
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6 bis 9 Jahre |
60 bis 90 Minuten |
überschaubare Geschichten |
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ab ca. 10 Jahre |
Spielfilmlänge |
meist gut machbar |
Streamingdienste machen den Filmeabend heutzutage durch ihre große Auswahl an Filmen und Serien um einiges bequemer. Plattformen wie beispielsweise Netflix, Disney+ oder Amazon Prime Video gehören für viele Familien bereits zum Alltag und auch Komplettlösungen wie MagentaTV, bei denen Fernsehen, Mediatheken und verschiedene Streamingdienste auf einer Oberfläche zusammenlaufen, werden immer beliebter.
Diese Bündelung spart Zeit und reduziert das Hin- und Herwechseln zwischen Apps, was gerade für jüngere Kinder schnell unübersichtlich und verwirrend werden kann. Bestimmte Funktionen wie Kinderprofile oder Jugendschutz-PINs sorgen zusätzlich dafür, dass nur altersgerechte Inhalte angezeigt werden.
Praktische Sicherheitseinstellungen für Familien:
Ein kleiner Trick aus dem Familienalltag: Den Film idealerweise schon vorher aussuchen. So startet der Abend direkt gemütlich und nicht mit Diskussionen.
Foto von Jakub Zerdzicki: https://www.pexels.com/de-de/foto/hand-halt-smartphone-mit-streaming-apps-35490407/
Ein richtig guter Filmeabend braucht kein perfektes Heimkino und schon gar keine komplizierte Technik. Viel wichtiger ist, dass sich alle wohlfühlen. Gedimmtes Licht nimmt dem Bildschirm die Härte, Kissen und Decken laden zum Einkuscheln ein, und ein Platz, an dem man mal die Beine ausstrecken kann, macht den Abend sofort entspannter. Oft reichen schon kleine Veränderungen, etwa ein paar zusätzliche Kissen auf dem Sofa oder eine Decke auf dem Wohnzimmerboden, um eine ganz andere Stimmung zu schaffen.
Auch bei Snacks zahlt sich Vorbereitung aus. Wenn Popcorn, Obst-Teller oder kleine Knabbereien schon bereitstehen, muss niemand zwischendurch aufspringen. Gerade für jüngere Kinder ist das hilfreich, da sie sonst schnell aus der Geschichte herausgerissen werden.
Ein gemeinsamer Filmeabend ist eine schöne Gelegenheit, Medien bewusst zu erleben. Es reicht dabei oft schon, dass der Elternteil den Film grob kennt und nach dem Abspann ein paar offene Fragen stellt. Was war besonders spannend, was hat zum Lachen gebracht, was war vielleicht ein bisschen unheimlich oder überraschend?
Solche Gespräche entstehen oft ganz nebenbei und helfen Kindern, ihre Eindrücke zu sortieren und Gefühle in Worte zu fassen. Manchmal zeigt sich erst im Nachhinein, welche Szenen beschäftigt haben oder welche Figur besonders in Erinnerung geblieben ist.
Ein gelungener Filmeabend endet idealerweise nicht direkt im Bett, sondern mit einer kurzen Pufferzeit von ca. 30 Minuten. Diese Phase ermöglicht es Kindern, das Gesehene innerlich zu verarbeiten und zur Ruhe zu kommen, ohne dass die blauen Lichtanteile des Bildschirms die Melatonin-Produktion (das Schlafhormon) zu stark stören. Ruhige Gespräche, Vorlesen oder einfach gemeinsames Aufräumen können diesen Übergang außerdem noch etwas unterstützen.
Ein bewusst geplanter Filmeabend ist damit weit mehr als Unterhaltung. Er schafft Nähe, gibt Orientierung im Umgang mit Medien und verwandelt das heimische Sofa ganz schnell zum besten Kinosaal der Welt, in dem gemeinsame Erinnerungen entstehen.