Nach einer tödlichen Messerattacke in Leipzig steht ein 37-jähriger Mann vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord sowie versuchten Mord in Tateinheit mit schwerer Misshandlung eines Schutzbefohlenen vor. Die Tat ereignete sich im August vergangenen Jahres und hatte stadtweit Entsetzen ausgelöst.
Zum Auftakt der Verhandlung schilderte der Angeklagte den Ablauf mit schluchzender Stimme. Noch am Tatort habe er den Notruf gewählt und sei über sich selbst erschrocken gewesen. Seine Verteidigerin erklärte, er übernehme die Verantwortung und bereue die Tat zutiefst.
Laut Anklage soll der Mann alkoholisiert in die Wohnung seiner ehemaligen Lebensgefährtin eingedrungen sein. Dort habe sich auch ein weiterer Mann aufgehalten.
Im Eingangsbereich sei es zunächst zu einem Streit gekommen. Dabei habe der Angeklagte mit einem etwa zehn Zentimeter langen Messer in den Bauch der 42-Jährigen gestochen. Die Frau flüchtete in das Kinderzimmer und sprang aus dem Fenster, um sich zu retten.
Der Angeklagte soll ihr gefolgt sein und anschließend 14-mal auf den gemeinsamen zehnjährigen Sohn eingestochen haben.
Vor Gericht erklärte er, an diese Stiche habe er keine Erinnerung. Das Messer habe er grundsätzlich aus Selbstschutz bei sich getragen.
Die 42-Jährige erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Der schwer verletzte Junge überlebte nur dank einer Notoperation.
Der Mann wurde noch am Tatort festgenommen. Für den Prozess sind bis Anfang April insgesamt acht Verhandlungstage angesetzt.