Fr., 12.06.2026 , 11:26 Uhr

Sächsischer Rechnungshof trauert um Aufbauhelfer nach der Wiedervereinigung

Trauer um Alfred Wienrich, Ex-Rechnungshofchef

Alfred Wienrich, ehemaliger Präsident des Sächsischen Rechnungshofs, ist mit 98 Jahren verstorben. Er prägte die unabhängige Finanzkontrolle in Sachsen maßgeblich.

Döbeln - Am 31. Mai 2026 ist Alfred Wienrich im Alter von 98 Jahren verstorben. Der Sächsische Rechnungshof würdigte Wienrich als zentrale Figur beim Aufbau der unabhängigen Finanzkontrolle in Sachsen nach der Wiedervereinigung.

Wienrich wurde am 21. Januar 1928 in Karlsruhe geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete er in verschiedenen Positionen im Staatsdienst, unter anderem in der Finanzkontrolle. Zwischen 1971 und 1981 sowie von 1987 bis 1990 war er Mitglied des Rechnungshofs Baden-Württemberg. Dazwischen leitete er von 1981 bis 1987 eine Abteilung beim Europäischen Rechnungshof.

Mit der Wiedervereinigung kam Wienrich 1990 nach Sachsen, um den Aufbau einer unabhängigen Finanzkontrolle vorzubereiten. Am 20. Dezember 1991, nur wenige Tage nach Inkrafttreten des Rechnungshofgesetzes im Freistaat Sachsen, wählte der Sächsische Landtag ihn zum Präsidenten des Sächsischen Rechnungshofs. Diese Funktion übte er bis zu seinem Ruhestand 1995 aus.

Jens Michel, der aktuelle Präsident des Sächsischen Rechnungshofs, würdigte Wienrichs Lebenswerk: „Mit Alfred Wienrich verliert die Finanzkontrolle eine bedeutende Persönlichkeit. Er hat in der entscheidenden Phase der Neuerrichtung Verantwortung übernommen und die Grundlagen für einen unabhängigen und leistungsfähigen Rechnungshof geschaffen. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen.“

Alfred Wienrich wurde für seine Verdienste unter anderem mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sein Engagement legte den Grundstein für die heutige moderne Finanzkontrolle im Freistaat Sachsen.