Dresden - Mitten in Dresden soll eine neue urbane Waldinsel entstehen. Geplant ist das Projekt auf einer rund 7.000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Ammonstraße und Budapester Straße. Die Landeshauptstadt stellt das Areal für das Vorhaben „Mein Baum – Mein Dresden 2.0 – Waldinseln“ zur Verfügung. Die Pflanzung ist für 2026/27 vorgesehen.
Anders als bei einer klassischen Baumpflanzung sollen dort verschiedene Pflanzenarten miteinander kombiniert werden. Vorgesehen sind klimaangepasste Bäume, Sträucher, Stauden und Blühpflanzen. Ziel ist eine möglichst vielfältige und widerstandsfähige Grünfläche.
Nach Angaben der Stadt soll auch die Bodenstruktur eine wichtige Rolle spielen. Sie soll so gestaltet werden, dass Regenwasser länger auf der Fläche gehalten werden kann.
Das Projekt verfolgt damit das Ziel, die Fläche widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit zu machen als stark versiegelte Bereiche mit einzelnen Pflanzen. Gleichzeitig soll neuer Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Tiere entstehen.
Wenn sich die Pflanzen entsprechend entwickeln, könnte sich die Waldinsel langfristig weitgehend selbst erhalten. Dadurch soll auch der Pflegeaufwand sinken.
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen sieht in dem Projekt eine Möglichkeit, neue Formen von Stadtgrün zu erproben. Waldinseln könnten nach ihrer Einschätzung dazu beitragen, mit sommerlicher Hitze umzugehen, die Luftqualität zu verbessern und zusätzliche Lebensräume zu schaffen.
Die Waldinsel ist Teil einer privaten Initiative, die von der Stadt unterstützt wird. Dresden verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, treibhausgasneutral zu werden und sich stärker an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Dazu gehören unter anderem der Erhalt und Ausbau der städtischen Grüninfrastruktur, zusätzliche Baumpflanzungen und die Umgestaltung von Flächen zu klimaangepassten Orten.
Nach Angaben der Stadt können private Initiativen angesichts der angespannten Haushaltslage zusätzliche Projekte ermöglichen. Dresden unterstützt solche Vorhaben unter anderem mit Flächen, Fachwissen und bei Bedarf bei der Beantragung von Fördermitteln.
Die Fläche an der Ammonstraße soll nicht das einzige Projekt bleiben. Weitere Waldinseln sind nach Angaben der Initiative unter anderem an der Bergstraße und im Umfeld des Universitätsklinikums in Vorbereitung.
Am Alberthafen wird zudem derzeit ein sogenannter „Tiny Food Forest“ angepflanzt.
Die Projektgruppe „Mein Baum – Mein Dresden 2.0 – Waldinseln“ besteht inzwischen aus mehr als 40 Personen. Dazu gehören unter anderem Fachleute aus Forstwissenschaften, Biologie, Gartenbau und Landschaftsarchitektur sowie Studierende und weitere Engagierte.
Langfristig verfolgt die Initiative das Ziel, in möglichst vielen Dresdner Stadtteilen Waldinseln zu schaffen und dabei auch Anwohner einzubeziehen.
Für die Umsetzung der Waldinseln sammelt die Initiative Spenden über eine Crowdfunding-Kampagne. Nach Angaben der Initiatorin Arlett Wilhelm hängt die Realisierung weiterer Projekte wesentlich von dieser Unterstützung ab.
Die Waldinsel an der Ammonstraße soll zunächst als Pilotprojekt dienen. Wenn sich das Konzept dort bewährt, sollen weitere Standorte in Dresden folgen.