Im Fall des versuchten Drohnenanschlags auf den Flughafen Leipzig/Halle gibt es offenbar neue Erkenntnisse zu den mutmaßlichen Tätern. Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ soll einer der Verdächtigen dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugerechnet werden. Der GRU ist der militärische Auslandsgeheimdienst Russlands und untersteht den russischen Streitkräften.
Dem Bericht zufolge haben die Ermittler den Russen Oleg L. und den Belarussen Andrei K. im Visier. L. soll für die Vorbereitung und Logistik verantwortlich gewesen sein. Sicherheitsbehörden hätten ihn bereits bei seiner Einreise nach Deutschland dem Umfeld des russischen Militärgeheimdienstes zugerechnet. Dennoch sei er nicht observiert worden. Inzwischen soll sich der Mann wieder in Russland aufhalten.
Auf die Verdächtigen sollen die Ermittler unter anderem durch DNA-Spuren gestoßen sein. An Teilen der Konstruktion zur Steuerung der Drohne seien Handschuhreste mit DNA-Anhaftungen gefunden worden. Vergleichbare Spuren sollen zuvor bereits in Finnland und Litauen registriert worden sein.
Anfang August war am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff präparierte Drohne in der Nähe ukrainischer Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesregierung macht Russland für den versuchten Anschlag verantwortlich. Russland weist die Vorwürfe zurück.
Die Bundesanwaltschaft ermittelt zu dem Vorfall. Der Flughafen Leipzig/Halle spielt unter anderem eine wichtige Rolle für Frachttransporte und militärische Hilfslieferungen an die Ukraine.