Do., 16.04.2026 , 09:21 Uhr

7,5-Tonnen-Grenze auf Staatsstraßen geplant

Verkehrsversuch entlastet Orte an A4

Sachsen testet neue Verkehrsregeln rund um die A4 bei Wilsdruff. Ziel ist es, Orte spürbar vom Durchgangs- und Schwerverkehr zu entlasten.

Dresden - Der Freistaat Sachsen startet gemeinsam mit betroffenen Landkreisen und der Autobahn GmbH einen auf zwei Jahre angelegten Verkehrsversuch zur Entlastung von Orten entlang wichtiger Ausweichrouten der Autobahn A4. Im Fokus stehen die Staatsstraßen S 36, S 195 und S 196 zwischen Siebenlehn und Wilsdruff.

Für die Dauer des Versuchs wird auf diesen Straßen eine Tonnagebeschränkung von 7,5 Tonnen eingeführt. Die entsprechenden verkehrsrechtlichen Anordnungen und Allgemeinverfügungen sind bereits erlassen. Die Beschilderung soll in den kommenden Tagen durch die zuständigen Straßenmeistereien erfolgen und bis spätestens Ende April vollständig umgesetzt sein. Zudem werden die Maßnahmen in das Baustelleninformationssystem des Freistaates eingespeist und in Navigationssystemen berücksichtigt.

Ziel des Verkehrsversuchs ist es, auf wissenschaftlicher Grundlage zu prüfen, ob die Beschränkungen zu einer spürbaren Verbesserung der Verkehrssicherheit führen und den Durchgangsverkehr reduzieren können. Insbesondere Orte entlang der Ausweichstrecken sollen vom Schwerlastverkehr entlastet werden.

Nach Angaben des Staatsministeriums für Infrastruktur und Landesentwicklung ist die Belastung auf den betroffenen Straßen seit längerer Zeit hoch. Untersuchungen im Vorfeld haben ergeben, dass die Straßen S 36, S 195 und S 196 nicht geeignet sind, zusätzlichen Ausweichverkehr aufzunehmen. Gleichzeitig wurden Defizite in der Verkehrssicherheit festgestellt.

Mit der Maßnahme sollen mehrere Effekte erreicht werden: weniger Schwerverkehr in Ortslagen, eine höhere Sicherheit für Anwohner und Verkehrsteilnehmer sowie eine Reduzierung von Lärm- und Abgasbelastung. Zudem sollen Straßen und insbesondere Brückenbauwerke vor weiterer Belastung geschützt werden, da teilweise bereits kritische Zustände festgestellt wurden.

Der Verkehrsversuch wird wissenschaftlich begleitet. Dabei sollen Daten zur Entwicklung des Verkehrsaufkommens, zur Verkehrssicherheit sowie zur Akzeptanz der Maßnahmen bei Anwohnern und Verkehrsteilnehmern erhoben werden. Auf dieser Basis soll später entschieden werden, ob und in welcher Form die Maßnahmen dauerhaft umgesetzt werden können.

Um die Wirkung der Beschränkungen zu erhöhen, sollen Verkehrsteilnehmer bereits auf den Autobahnen A4 und A14 an entsprechenden Anschlussstellen über die Änderungen informiert werden. Auch eine Einbindung in digitale Verkehrsinformationssysteme ist vorgesehen.

Die Landkreise Mittelsachsen, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge unterstützen das Vorhaben. Ziel ist eine nachhaltige Steuerung des Verkehrs, die sowohl den Bedürfnissen der Anwohner als auch den Anforderungen des überregionalen Verkehrs gerecht wird.