Dresden - Die Sanierung der Robotron-Kantine, eines der architektonischen Wahrzeichen der Ostmoderne in Dresden, kann nun endgültig beginnen. In dieser Woche erhielt die Landeshauptstadt eine Förderzusage des Bundes über vier Millionen Euro im Rahmen des Programms „Nationale Projekte des Städtebaus“. Das Fördermittelbescheid des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung ermöglicht es der Stadt, das Gebäude zu einem lebendigen Kultur- und Begegnungsort umzubauen.
Stephan Kühn, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften, äußerte sich erfreut über die Zusage und betonte, dass die Robotron-Kantine mit der Unterstützung durch den Bund, die Spende der Familie Arnhold sowie Eigenmitteln der Stadt zu einem wahren „Kleinod der Ostmoderne“ wird. Insbesondere die OSTRALE Biennale und das Kunsthaus Dresden profitieren von der Sanierung, da der Standort für die beiden Institutionen dauerhaft zur Verfügung stehen wird.
Die Sanierungsarbeiten, die voraussichtlich 6,1 Millionen Euro kosten, umfassen eine umfassende Instandsetzung des Gebäudes, darunter die Dachsanierung, die Beseitigung von Bauschäden und die Installation moderner Haustechnik. Geplant ist, den Bau so zu restaurieren, dass er seine ursprüngliche architektonische Schönheit und Funktionalität erhält und gleichzeitig modernen Ansprüchen gerecht wird.
Das Gebäude, das zwischen 1969 und 1972 im Zentrum des ehemaligen Robotron-Ensembles erbaut wurde, war ursprünglich als Betriebsgaststätte genutzt worden. Mit seiner markanten Fassade und den einzigartigen Details, wie den türkis-blauen Keramikfliesen und den Formsteinwänden des Bildhauers Eberhard Wolf, steht es für die Architektur der Ostmoderne.
Im Jahr 1990, nach der politischen Wende, erlebte das Gebäude mehrere Nutzungsphasen, darunter auch einen längeren Leerstand. Der drohende Abriss wurde durch die Initiative der Stadtgesellschaft und der Kultur- und Kreativwirtschaft abgewendet, die sich für den Erhalt des Baus einsetzten. Im Jahr 2009 wurde das Gebäude schließlich unter Denkmalschutz gestellt, was die Grundlage für die jetzige Sanierung bildete.
Mit dem Förderbescheid des Bundes kann die Stadtverwaltung nun den ersten Schritt in Richtung einer umfassenden Restaurierung und Umnutzung gehen. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, die Fertigstellung wird bis spätestens Ende 2028 erwartet. Während der Bauphase bleibt das Gebäude jedoch für die Kunstbiennale OSTRALE und das Kunsthaus weiterhin zugänglich.