Neue Märkte entstehen dann, wenn neue Technologien auf neu entdeckte Bedürfnisse treffen. Bekannte Beispiele aus den vergangenen Jahren sind Online-Handel, Kryptowährungen, Online-Casinos, E-Zigaretten und die Künstliche Intelligenz. Vieles begann oder befindet sich immer noch in einem rechtlichen Graubereich, da Gesetze unklar bzw. nicht eindeutig definiert sind. Dazu unterscheiden sie sich oftmals von Land zu Land, selbst innerhalb der Europäischen Union. Es folgt in der Regel eine öffentliche Debatte in der Politik und in den Medien. In diesem Zusammenhang spielen Expertenmeinungen zu neuen oder geänderten Gesetzen eine entscheidende Rolle. Abschließend kommt es meistens zu einer Regulierung bzw. zu einer Normalisierung.
Die künstliche Intelligenz hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Heute wird KI in nahezu allen großen Unternehmen genutzt. Beispiele sind Chatbots im Kundenservice, Bilderkennung in der Medizin oder KI-Berechnungen bei komplexen Wirtschaftsmodellen. Auch Videos und Bilder werden immer häufiger mit KI erstellt. Spätestens hier wird klar, dass die künstliche Intelligenz eine gewisse Gefahr mit sich bringt, Urheberrechtsfragen inklusive. Die Stimmen nach einer klaren KI-Kennzeichnungspflicht sind größer denn je.
Ab dem 2. August 2026 gelten in der EU neue Vorschriften zur Kennzeichnung von KI-Inhalten. Beispielsweise dann, wenn Inhalte täuschend echt wirken, sowie bei Texten zu öffentlichen Themen. Keine Kennzeichnung ist nötig, wenn die Inhalte nicht täuschend echt sind oder wenn ein Mensch die KI-generierten Inhalte prüft und verantwortet.
Wir sprechen von elektrischer Mobilität, wenn Fahrzeuge mit elektrischer Energie statt mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden. Elektroautos sind aufgrund von Klimazielen, staatlichen Förderungen und extremen technologischen Fortschritten beliebter denn je. Große Unternehmen wie Volkswagen oder Tesla investieren stark in diesen Sektor. Einher entsteht eine neue Infrastruktur mit Ladestationen in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern. Neue Unternehmen profitieren davon, denn auch E-Bikes, E-Scooter oder sogar elektrische Nutzfahrzeuge gewinnen immer mehr an Marktanteil.
Es ist zu beobachten, dass die Akzeptanz in der Gesellschaft deutlich angestiegen ist. Wurden vor 15 Jahren Nutzer von E-Fahrzeugen noch müde belächelt, wurden zuletzt in Österreich E-Autos erstmals häufiger verkauft als Benziner. Im Mai 2026 stieg die Anzahl der Neuzulassungen um 22 Prozent auf 6598 Stück, während die Neuzulassungen von Benzinern um 10 Prozent auf 6135 sanken. In Deutschland wurden im gleichen Zeitraum knapp 60.000 Elektroautos neu zugelassen. Dies entspricht einem Marktanteil von genau 25 Prozent. Gegenüber dem vergangenen Jahr sprechen wir hier von einem Plus von 39,3 Prozent.
Auch Online-Casinos haben sich aus einem rechtlichen Graubereich entwickelt und sind in vielen Ländern mittlerweile reguliert. Durch Digitalisierung und zahlreiche lizenzierte Spieleentwickler wurde es den Zockern ermöglicht, jederzeit und von überall am Glücksspiel teilzunehmen. Egal, ob man gerade Lust auf ein paar Runden am Slot hat oder echtes Casinofeeling an Live-Tischen mit Blackjack oder Roulette erleben möchte: Moderne Anbieter machen es möglich. Was als Wild-West begann, ist heute durch Lizenzen wie die MGA-Lizenz oder die deutsche GGL-Lizenz reguliert.
Anbieter aus Übersee existieren jedoch weiterhin, da sich die Regulierungen stark voneinander unterscheiden. Während sich GGL-Anbieter an Auflagen wie einer anbieterübergreifenden Einzahlungsgrenze in Höhe von 1.000 € im Monat halten müssen, umgehen Unternehmen aus Anjouan, Curacao oder Costa Rica dies relativ einfach. Ein legales Online Casino Deutschland kann von lockeren Regeln nur träumen. Beispielsweise sind Spiele im Live Casino vollständig verboten und selbst Einsätze am Automaten sind auf 1 Euro pro Spin reguliert. Das letzte Wort dürfte in dieser Branche noch nicht gesprochen sein, denn durch starke Regulierungen weichen leidenschaftliche Gamer mit wenigen Klicks auf Übersee-Casinos aus. Zu den GGL-Anbietern zählen große Plattformen wie Bwin und Tipico. Hier sind unter anderem Games von Novoline spielbar.
Was vor Jahrzehnten mit Skepsis verbunden war, gehört heute zur Selbstverständlichkeit. Sichere Zahlungssysteme und eine optimierte Logistik machten Online-Shopping Anfang der 00er-Jahre salonfähig. Dadurch sind Unternehmen wie eBay und Amazon zu dem geworden, was sie heute sind. Das Einkaufsverhalten hat sich seither verändert. Verbraucher schätzen besonders Aspekte wie größere Auswahl, einfache Preisvergleiche und schnelle Lieferungen. Gleichzeitig wurde der lokale Handel dadurch extrem unter Druck gesetzt.
Im asiatischen Raum sind viele Nationen sogar noch einen Schritt weiter. Drohnen-Lieferungen bringen verhältnismäßig leichte Güter durch die Luft zum Endkunden. Drohnen starten vom Lager direkt zum Zielort. Die Zustellung erfolgt auf Landeplätzen oder in speziellen Lieferboxen.
Sie sind bunt, schmecken nach Kirsche, Ananas oder Menthol. Die Rede ist von Einweg-Vapes. Dieser Markt hat sich seit 2021 extrem schnell zu einem Milliardenmarkt entwickelt. Man sieht hier sehr gut, wie Produkte innerhalb weniger Monate rege Diskussionen auslösen können. Bei Einweg-Vapes handelt es sich um E-Zigaretten, die eine Flüssigkeit erhitzen. Durch künstliche Aromen sind sie besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. Die Vapes werden zum Großteil in China produziert und von dort aus in die halbe Welt geschifft. Anders als bei der klassischen Zigarette wird kein Tabak verbrannt. Dadurch entstehen weniger Verbrennungsstoffe. Trotzdem sind Einweg-Vapes nicht risikofrei. Durch den günstigen Einstiegspreis und die große Geschmacksvielfalt werden vor allem „Nichtraucher” angesprochen. Kritiker warnen vor unklaren Langzeitfolgen und Nikotinabhängigkeit. Obendrein werden der hohe Batterieverbrauch und die oftmals unsachgemäße Entsorgung kritisiert.
In vielen Ländern der EU werden daher die Einschränkungen von Werbung, höhere Steuern und strengere Regeln für Inhaltsstoffe gefordert. Auch ein generelles Verbot von Einweg-Vapes wird diskutiert, was wiederum den Schwarzmarkt anheizen würde. Ein Negativbeispiel liefert Thailand. Dort sind sie bereits verboten, können aber an nahezu jeder Straßenecke illegal erworben werden.
Kryptowährungen haben den Weg von einem Nischenprojekt zu einem wichtigen Teil des Finanzsystems geschafft. Los ging es zwischen 2008 und 2009 mit dem Bitcoin. Was ursprünglich als dezentrale Alternative zum Bankensystem entwickelt wurde, ist heute aus der Finanzwelt nicht mehr wegzudenken. Trotzdem sind Kryptowährungen aufgrund ihrer meist großen Volatilität sowie der Nutzung für illegale Aktivitäten immer noch in der Kritik.
Neben Bitcoin sind Ethereum, Cardano, Tether und XRP längst nicht nur in der Krypto-Bubble bekannt. Spekulanten handeln Krypto-Coins wie Aktien und hoffen darauf, dass Kurse zu ihren Gunsten ansteigen. Wir dürfen gespannt sein, inwieweit Kryptowährungen in der Zukunft noch weiter reguliert werden. Es sieht danach aus, dass Regulierungen wie die MiCA-Verordnung oder die steuerlichen Regelungen der EU nur der Anfang sind. China hat den Krypto-Handel vor einigen Jahren stark eingeschränkt, während El Salvador Bitcoin als erstes Land weltweit im Jahr 2021 sogar als offizielles Zahlungsmittel eingeführt hat.