Wolfsburg - Volkswagen-Chef Oliver Blume hat die Beschäftigten auf weitere Sparmaßnahmen im Konzern vorbereitet. Bei einer Betriebsversammlung im Wolfsburger Stammwerk machte Blume deutlich, dass die bisherigen Veränderungen aus Sicht des Vorstands nicht ausreichen.
„Wir müssen Komplexität reduzieren, unsere Strukturen konsequent verschlanken und Kosten senken“, sagte Blume vor der Belegschaft. Die Versammlung in Wolfsburg bildete den Auftakt für mehrere Treffen an verschiedenen Volkswagen-Standorten. Dabei will sich der Vorstand den Fragen der Beschäftigten stellen und die geplanten Maßnahmen erläutern.
Als Gründe für den Sparkurs nannte Blume unter anderem Zölle, neue Wettbewerber und geopolitische Risiken. Die gesamte Automobilindustrie stehe unter erheblichem Druck.
Volkswagen habe nach Angaben des Konzernchefs bereits begonnen, den Konzern und seine einzelnen Marken neu auszurichten. Dabei gebe es erste Fortschritte. Die Marktanteile des Unternehmens würden wachsen. Nach Einschätzung Blumes reicht diese Entwicklung jedoch noch nicht aus, um die wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen.
Bereits seit Monaten wird bei Europas größtem Autobauer über weitere Einsparungen diskutiert. Dabei geht es nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur um Zehntausende Stellen sowie um vier Werke.
Die Gespräche über die weitere Entwicklung des Konzerns betreffen damit zahlreiche Beschäftigte und Standorte. Mit den Betriebsversammlungen will der Vorstand seine Position gegenüber der Belegschaft erläutern.
Nach dem Auftakt in Wolfsburg sind in den kommenden Tagen acht weitere Betriebsversammlungen vorgesehen. Geplant sind Treffen in Braunschweig, Emden, Kassel-Baunatal, Salzgitter und Hannover.
Auch drei sächsische Volkswagen-Standorte stehen auf dem Programm: Zwickau, Chemnitz und Dresden. Damit erreicht die Debatte über den weiteren Sparkurs des Konzerns auch die VW-Belegschaften im Freistaat.