Dresden – Sachsen kämpft um die Zukunft seiner Volkswagen-Werke. Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) fordert vom Konzern mehr als bloße Zusicherungen. „Wir brauchen klare Perspektiven für Sachsen, keine Lippenbekenntnisse“, erklärte er in Interviews mit der "Sächsischen Zeitung" und der "Leipziger Volkszeitung". Der Freistaat sei stärker als andere Bundesländer von den Tarifverhandlungen betroffen und brauche langfristige Sicherheit für die Beschäftigten.
Gemeinsam mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will Panter zeitnah Gespräche mit der VW-Spitze in Wolfsburg führen. Auch Audi soll in die Diskussion einbezogen werden. Panter regte an, dass Audi, das historisch mit Zwickau verbunden ist, eine größere Rolle am Standort übernehmen könnte. Ziel sei es, das Zwickauer VW-Werk wirtschaftlich tragfähig zu halten und eine Perspektive über das Jahr 2030 hinaus zu sichern.
Trotz der Entscheidung, die VW-Werke in Sachsen zu erhalten, müssen die Standorte Zwickau und Dresden mit erheblichen Veränderungen rechnen. So verliert das Fahrzeugwerk Zwickau die Produktion des ID.3 und des Cupra Born an Wolfsburg. Besonders hart trifft es die Gläserne Manufaktur in Dresden: Ende 2025 wird dort die Fahrzeugfertigung eingestellt. Damit fällt ein prestigeträchtiger Standort der VW-Elektrostrategie weg.
Panter erinnert Volkswagen an frühere Verpflichtungen: Als die Gläserne Manufaktur gebaut wurde, musste ein Teil des Großen Gartens weichen. „Wir erwarten nun, dass man Wort hält“, betonte der Minister. Die Industrieproduktion in der Innenstadt müsse erhalten bleiben.
Die sächsische Landesregierung setzt nun alles daran, Lösungen mit Volkswagen und Audi zu finden, um die Autoindustrie in der Region langfristig zu sichern. Die kommenden Gespräche dürften richtungsweisend für die Zukunft der sächsischen Standorte sein.