Dresden - Beim Umweltdienstleister Veolia hat in mehreren Bundesländern ein eintägiger Warnstreik begonnen. Betroffen sind nach Angaben der Gewerkschaft Verdi die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen.
Hintergrund des Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen für Beschäftigte in der Abfallwirtschaft. Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Unternehmen mangelnde Verhandlungsbereitschaft vor. Das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite sieht laut Verdi eine Lohnerhöhung von 45 Cent pro Stunde vor. Aus Sicht der Gewerkschaft liegt dieses Angebot deutlich unter der jüngsten Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns um 1,08 Euro und lasse den Abstand zwischen Tariflöhnen und Mindestlohn weiter schrumpfen.
Die zentrale Streikkundgebung für Sachsen findet in Dresden statt. Derzeit sind etwa 140 Teilnehmer gemeldet.
Verdi fordert für die Beschäftigten eine Erhöhung der Entgelte um 300 Euro pro Monat. Zusätzlich verlangt die Gewerkschaft die Einführung von Erfahrungsstufen sowie Regelungen zu Erschwernis- und Schmutzzulagen. Der Tarifvertrag soll nach Vorstellung der Gewerkschaft eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.
Nach Angaben von Verdi sind in den vom Warnstreik betroffenen Bundesländern rund 1.400 Beschäftigte bei Veolia tätig.
Die Veolia Umweltservice Ost GmbH weist die Darstellung der Gewerkschaft zurück. Das Unternehmen erklärte, die gezahlten Tariflöhne lägen deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn und orientierten sich an branchenüblichen Standards.
Man suche nach Lösungen, die sowohl für die Mitarbeitenden fair seien als auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens berücksichtigen.
Veolia-Geschäftsführer Robert Menzer betonte, die Mitarbeitenden leisteten täglich wichtige Arbeit – häufig bei schwierigen Bedingungen und körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten. Diese Leistung verdiene Anerkennung und eine faire Bezahlung.
Das Unternehmen erklärte zugleich seine weitere Gesprächsbereitschaft. Ziel sei eine Lösung, die für beide Seiten tragfähig sei.
Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft ist für den 23. März in Leipzig angesetzt.