Dresden/Leipzig - Im Tarifkonflikt im öffentlichen Nahverkehr in Sachsen hat die Gewerkschaft ver.di weitere Warnstreiks angekündigt. Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern der sogenannten AVN-Gruppe Sachsen.
Die ver.di-Tarifkommission beschloss am 6. März 2026 die Durchführung von Arbeitskampfmaßnahmen in mehreren Verkehrsunternehmen, die die Tarifverträge der AVN-Gruppe anwenden. Die dritte Verhandlungsrunde am 4. März endete laut Gewerkschaft ohne Ergebnis. Die Arbeitgeber seien nicht bereit gewesen, auf Grundlage eines verbesserten Angebots in eine vierte Verhandlungsrunde einzutreten.
Im Zuge des Tarifkonflikts hat die Arbeitskampfleitung nun zusätzliche Warnstreiks beschlossen.
Demnach sollen Beschäftigte der DVS Dresden vom 19. März 2026, 2:00 Uhr, bis zum 20. März 2026, 3:00 Uhr die Arbeit niederlegen.
Bei der Regionalverkehr Sächsische Schweiz–Osterzgebirge GmbH (RVSOE) ist ein weiterer Warnstreik vom 20. März 2026, 3:00 Uhr, bis zum 22. März 2026, 3:00 Uhr vorgesehen.
Bereits zuvor hatte ver.di angekündigt, dass es in mehreren Regionen Sachsens zu Arbeitskampfmaßnahmen kommen kann. So waren und sind unter anderem Streiks in den Landkreisen Erzgebirge, Meißen, Zwickau, Mittelsachsen, Görlitz, Bautzen sowie in den Städten Chemnitz, Dresden und Görlitz möglich.
Nach Angaben der Gewerkschaft müssen Fahrgäste mit erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr rechnen. Betroffen sein könnten Bus- und Bahnverbindungen, Schienenersatzverkehr sowie Sonderfahrten.
Konkrete Streiktermine sollen jeweils mindestens 48 Stunden vor Beginn bekanntgegeben werden. ver.di bittet Fahrgäste sowie insbesondere Schülerinnen und Schüler um Verständnis für mögliche Ausfälle und Verspätungen.
Die Gewerkschaft begründet die Warnstreiks mit einem aus ihrer Sicht unzureichenden Angebot der Arbeitgeber.
Dieses sieht unter anderem eine Erhöhung der Vergütung um 1,9 Prozent ab April 2026, weitere 1,9 Prozent ab Januar 2027 sowie 1,0 Prozent ab Januar 2028 vor. Für den Zeitraum Januar bis März 2026 soll eine Einmalzahlung von 200 Euro brutto erfolgen.
Darüber hinaus enthält das Angebot Änderungen bei Zuschlägen, etwa eine Erhöhung der Nachtzulage auf 25 Prozent sowie eine Anpassung verschiedener Zeitzuschläge.
Aus Sicht der ver.di-Verhandlungskommission reicht das Angebot jedoch nicht aus. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine höhere Jahressonderzahlung, mehr Urlaub, eine Verbesserung der Ausbildungsvergütung, eine verbindliche Übernahme von Auszubildenden sowie Regelungen zur Fünf-Tage-Woche im Schichtdienst.
Nach Angaben von ver.di sollen die Warnstreiks dazu beitragen, die Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Ziel sei es, einen tragfähigen Kompromiss für die Beschäftigten der betroffenen Nahverkehrsunternehmen zu erreichen.
Die Tarifverträge der AVN-Gruppe Sachsen gelten unter anderem für mehrere regionale Verkehrsunternehmen, darunter Regionalverkehr Westsachsen, Regionalverkehr Erzgebirge, Regiobus Mittelsachsen, Verkehrsgesellschaft Meißen, DVS Dresden sowie verschiedene Verkehrsbetriebe in der Oberlausitz.