Di., 05.05.2026 , 08:46 Uhr

RTL+, Joyn, Sky: Wer gewinnt den Kampf um zahlende Zuschauer?

Welche Sender mit Premium-Angeboten neue Zielgruppen gewinnen

Das klassische Fernsehen verliert Zuschauer - das ist keine Neuigkeit mehr. Die Frage ist, wer von den deutschen Sendern den Wandel aktiv gestaltet und dabei neue Zielgruppen erreicht.

RTL+, Joyn, Sky und die Öffentlich-Rechtlichen verfolgen dabei sehr unterschiedliche Strategien. Und die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache.

Zwei Modelle, zwei Philosophien

Der deutsche Streaming-Markt hat sich 2024 und 2025 stark polarisiert. Auf der einen Seite steht das werbefinanzierte Modell, auf der anderen das Premium-Abo.

Joyn von ProSiebenSat.1 hat sich klar für das kostenlose Modell entschieden. Die Plattform bietet über 105 Sender kostenlos im Live-Stream - finanziert durch Werbung. Das funktioniert: Im November 2025 erreichte Joyn 12,4 Millionen Zuschauer und lag damit 1,8 Millionen vor RTL+. Im Dezember 2025 bestätigte sich dieser Vorsprung mit erneut 12,4 Millionen Nutzern. Das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr lag bei 100 Prozent. RTL+ hingegen setzt auf zahlende Abonnenten und exklusiven Content. Das Modell funktioniert - aber die Reichweite bleibt hinter Joyn zurück.

Der informierte Nutzer als Zielgruppe

Wer Premium-Angebote vergleicht, tut das heute gründlich. Streaming, Sport, digitale Unterhaltung - der moderne Nutzer bewegt sich in mehreren Welten gleichzeitig und erwartet überall dasselbe: Transparenz, klare Konditionen und einen schnellen Einstieg.

Die Zielgruppe, um die alle Sender kämpfen, ist dieselbe: Menschen, die wissen, was sie wollen, und sich vor der Entscheidung informieren. Sie lesen Rezensionen, vergleichen Pakete und wechseln den Anbieter, wenn die Konditionen nicht stimmen. Diese Nutzer sind in allen Bereichen der digitalen Unterhaltung aktiv - nicht nur beim Streaming. Wer einen strukturierten Überblick über die besten Online Casinos ohne Limit sucht, erwartet dort dasselbe wie beim Streaming-Vergleich: klare Konditionen, geprüfte Anbieter und keine versteckten Einschränkungen. Der Anspruch ist überall gleich.

Genau diese Nutzer sind für Sender wie RTL+ oder Sky die attraktivste Zielgruppe - weil sie bereit sind zu zahlen, wenn das Angebot stimmt.

Wer macht was - ein Überblick

Die deutschen Sender verfolgen sehr unterschiedliche Wege, um neue Zielgruppen zu erreichen. Ein Blick auf die wichtigsten Akteure.

RTL+ - Abo mit Exklusiv-Content

RTL+ setzt auf zahlende Nutzer und produziert exklusiven Content, der nur im Abo verfügbar ist. Reality-Formate wie "Prominent getrennt" oder die neue Mockumentary "Shit Show" ziehen ein jüngeres Publikum an. RTL-Chef Stephan Schmitter hat den Anspruch klar formuliert: Man orientiere sich nur noch an Netflix, Amazon und Disney - nicht mehr an den deutschen Mitbewerbern. Das ist eine klare Positionierung im Premium-Segment.

Joyn - Reichweite durch Kostenlosigkeit

Joyn verfolgt den entgegengesetzten Ansatz: kein Abo-Zwang, keine Premium-Barriere. Die Plattform bietet Live-TV, Mediathek und Eigenproduktionen kostenlos an - finanziert durch Werbung. Die Strategie funktioniert messbar. Joyn Plus+ kostet seit kurzem 8,99 Euro pro Monat im Monatspaket - das Jahresabo bleibt bei 6,99 Euro. Damit öffnet sich Joyn langsam auch dem Premium-Segment, ohne das Kern-Angebot einzuschränken.

Sky Deutschland - Sport als Anker

Sky hat seinen Platz im Premium-Segment klar definiert: Bundesliga, Champions League, Formel 1, NBA. Wer Sport live sehen will, kommt an Sky kaum vorbei. Die Plattform zielt dabei bewusst auf eine zahlungskräftige, ältere Zielgruppe - Zuschauer, die bereit sind, für Exklusivität zu bezahlen. Die NBA Playoffs 2026 laufen exklusiv bei Sky - ein weiteres Signal in diese Richtung.

Was alle erfolgreichen Premium-Angebote gemeinsam haben:

Was die Zahlen sagen

Joyn hat seine Nutzerzahlen innerhalb eines Jahres verdoppelt. Der April 2025 brachte erstmals 10 Millionen Zuschauer - bis November kletterte die Zahl auf 12,4 Millionen. Das ist kein Zufallsergebnis, sondern das Resultat einer konsequenten Content-Strategie: GNTM, The Masked Singer, "Wer stiehlt mir die Show?" - Formate, die Menschen live einschalten lassen.

RTL+ wächst langsamer

RTL+ wächst ebenfalls, aber langsamer. Die Plattform liegt im November 2025 bei rund 10,5 Millionen Nutzern - solide, aber hinter Joyn. Der Unterschied liegt nicht im Content, sondern im Modell. Ein Gratis-Angebot zieht naturgemäß mehr Menschen an als ein Abo-Modell.

Fazit

Premium gewinnt neue Zielgruppen nur dann, wenn es klar definiert ist. Wer für wen - das muss von Anfang an stimmen.

Joyn beweist, dass Reichweite ohne Paywall möglich ist. RTL+ beweist, dass ein Teil der Zuschauer bereit ist zu zahlen, wenn der Content stimmt. Sky beweist, dass Sport eine eigene Kategorie ist - mit einer Zielgruppe, die nicht wechselt.

Der deutsche Markt ist klein genug, dass alle drei Modelle nebeneinander funktionieren können. Entscheidend wird sein, wer bei der nächsten Runde der Rechtevergabe die besseren Karten hat.