Di., 30.06.2026 , 10:58 Uhr

Quote bleibt bei sieben Prozent – BA erwartet saisonalen Anstieg

Weniger Arbeitslose in Sachsen

Im Juni ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen leicht gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Zahl der Arbeitslosen jedoch höher.

Chemnitz - Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist im Juni erneut leicht zurückgegangen. Nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit waren im Freistaat 149.970 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 1.472 Menschen weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 7,0 Prozent.

Im Vergleich zum Juni des Vorjahres liegt die Arbeitslosigkeit allerdings weiterhin höher. Damals waren 147.146 Menschen ohne Arbeit gemeldet. Aktuell sind es damit 2.824 Personen mehr, ein Plus von 1,9 Prozent.

Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, sprach von einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Zugleich verwies er auf die weiter schwierige Lage am Arbeitsmarkt. Viele Arbeitgeber seien wegen wirtschaftlicher Unsicherheiten bei Neueinstellungen zurückhaltend. Außerdem werde sich die bevorstehende Ferienzeit voraussichtlich auf den Arbeitsmarkt auswirken. Für die kommenden Monate rechnet die Bundesagentur daher mit dem üblichen saisonalen Anstieg der Arbeitslosenzahlen, besonders bei jüngeren Menschen.

Die Regionaldirektion verweist zugleich auf Qualifizierungs- und Förderangebote. Im ersten Halbjahr seien rund 60.000 Förderungen für Arbeitslose in Sachsen finanziert worden, fast 9.000 mehr als im ersten Halbjahr 2025.

Von den knapp 150.000 Arbeitslosen in Sachsen wurden im Juni 93.843 Menschen von den 13 sächsischen Jobcentern betreut. Das entspricht 62,6 Prozent aller Arbeitslosen. Die elf Agenturen für Arbeit unterstützten 56.127 Menschen, also 37,4 Prozent. Im Monatsvergleich sank die Arbeitslosigkeit sowohl in den Jobcentern als auch in den Arbeitsagenturen. In den Jobcentern ging die Zahl um 760 Personen zurück, in den Arbeitsagenturen um 712.

Trotz des Rückgangs bleibt das Niveau hoch. Die Arbeitslosenquote von 7,0 Prozent ist der höchste Juni-Wert seit 2016. Damals lag die Quote im Juni bei 7,2 Prozent.

Auch beim Qualifikationsniveau zeigen sich deutliche Unterschiede. 45.271 Arbeitslose suchen eine Beschäftigung als Fachkraft. 21.578 Menschen streben eine Tätigkeit auf Spezialisten- oder Expertenniveau an, etwa als Meister, Techniker oder Akademiker. 78.274 Arbeitslose suchen eine Beschäftigung als Helfer.

Regional ging die Arbeitslosigkeit im Juni in allen 13 Landkreisen und kreisfreien Städten Sachsens zurück. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Erzgebirgskreis aus. Dort sank die Zahl der Arbeitslosen um 265 Personen beziehungsweise 2,8 Prozent. Auch im Vogtlandkreis sowie in den Landkreisen Bautzen und Meißen gab es spürbare Rückgänge. Die geringsten Rückgänge wurden in der Stadt Leipzig, im Landkreis Zwickau und in der Stadt Dresden registriert.

Die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnete im Juni der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 5,4 Prozent. Es folgen der Erzgebirgskreis mit 5,6 Prozent und der Landkreis Meißen mit 5,7 Prozent. Die höchste Quote gab es in der Stadt Chemnitz mit 9,7 Prozent. Ebenfalls über dem Landesdurchschnitt lagen die Stadt Leipzig mit 8,8 Prozent und der Landkreis Görlitz mit 8,7 Prozent.

Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zeigt sich ein Rückgang. Nach jüngsten Hochrechnungen waren im April 2026 in Sachsen 1.610.400 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 900 weniger als im März und 18.300 weniger als im April 2025. Das entspricht einem Minus von 1,1 Prozent.

Die Entwicklung unterscheidet sich je nach Branche deutlich. Beschäftigungszuwächse gab es im Vorjahresvergleich vor allem im Gesundheitswesen, in Heimen und im Sozialwesen sowie bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Rückgänge wurden dagegen besonders im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, in der Arbeitnehmerüberlassung, in der Informations- und Kommunikationsbranche, im Bereich Erziehung und Unterricht sowie im Baugewerbe verzeichnet.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt dennoch vorhanden. Im Juni meldeten sächsische Betriebe 6.452 neue freie Stellen. Das waren 124 weniger als im Mai, aber 300 mehr als im Juni des Vorjahres. Insgesamt waren bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Sachsen 32.463 freie Stellen gemeldet. Das sind 560 mehr als im Vormonat und 2.343 mehr als vor einem Jahr.

Nach Angaben der Regionaldirektion handelt es sich bei einem Großteil der gemeldeten Stellen um reguläre Beschäftigungsverhältnisse. Rund 90 Prozent der Stellen sind unbefristet zu besetzen, ein ähnlich hoher Anteil entfällt auf Vollzeitstellen.

Der Arbeitsmarkt bleibt dabei in Bewegung. Im Juni meldeten sich 25.193 Menschen bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos. Gleichzeitig beendeten 26.698 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. 9.047 Frauen und Männer meldeten sich aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos. Im selben Zeitraum nahmen 8.770 Menschen wieder eine Erwerbstätigkeit auf, darunter 7.543 auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Ein erweitertes Bild zeigt die Unterbeschäftigung. Im Juni nahmen 31.661 Menschen in Sachsen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil oder standen der Arbeitsvermittlung vorübergehend nicht zur Verfügung. Dazu zählten unter anderem Aktivierungs- und Eingliederungsmaßnahmen, berufliche Weiterbildungen, Arbeitsunfähigkeit, Unterstützung durch andere Leistungsträger sowie Arbeitsgelegenheiten.

Die Unterbeschäftigung umfasste im Juni insgesamt 181.631 Personen. Das waren 1.756 weniger als im Mai, aber 3.698 mehr als im Juni 2025. Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 8,3 Prozent.