Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist im Mai erneut gesunken. Nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit waren rund 151.000 Menschen ohne Job. Das sind etwa 3.300 weniger als im April. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres liegt die Zahl der Arbeitslosen allerdings um 4.400 höher.
Die Arbeitslosenquote sank von 7,2 auf 7,0 Prozent. Die Arbeitsmarktexperten weisen jedoch darauf hin, dass dies der höchste Mai-Wert seit 2016 ist. Damals lag die Quote im fünften Monat des Jahres bei 7,4 Prozent. Stichtag für die aktuellen Zahlen war der 12. Mai.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit habe vor allem saisonale Gründe, erklärte Michaela Ungethüm, Vizechefin der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Gleichzeitig investiere die Arbeitsagentur verstärkt in Maßnahmen und Qualifizierungen.
Mit Blick auf das neue Ausbildungsjahr im Herbst rief Ungethüm Arbeitgeber dazu auf, frühzeitig Kontakt zur Arbeitsagentur aufzunehmen. Diese unterstütze unter anderem bei der Besetzung freier Arbeits- und Ausbildungsstellen, bei der Auswahl geeigneter Bewerber sowie durch finanzielle Zuschüsse, Probearbeit oder Praktika für junge Menschen.
Die Arbeitslosigkeit ging im Mai in allen zehn Landkreisen und den drei kreisfreien Städten zurück. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Landkreis Leipzig aus. Dort sank die Zahl der Arbeitslosen um 4,6 Prozent. Den schwächsten Rückgang verzeichnete die Stadt Chemnitz mit minus 0,3 Prozent.
Auch bei den Arbeitslosenquoten zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Die niedrigste Quote wurde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 5,4 Prozent gemessen. Die höchste Quote hatte Chemnitz mit 9,8 Prozent.
Im Mai wurden knapp 6.600 freie Stellen neu gemeldet. Insgesamt lagen den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Sachsen rund 31.900 Stellenangebote vor.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Sachsen wertet die gesunkene Arbeitslosenquote zwar als positives Signal, sieht aber weiterhin keinen Anlass zur Entwarnung. Die wirtschaftliche Entwicklung sei weiterhin von massiven Unsicherheiten geprägt.
Besonders kritisch blickt der DGB auf verschiedene Fertigungsbereiche, die für Sachsen eine große Rolle spielen. Dazu zählen unter anderem die Auto- und Zulieferindustrie sowie die Chemiebranche. Dort bleibt die Lage angespannt.