Dresden – Die Zahl der Bafög-Empfänger in Sachsen ist 2024 leicht zurückgegangen. Laut Statistischem Landesamt erhielten rund 37.500 Menschen im Freistaat die staatliche Ausbildungsförderung – zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche monatliche Fördersumme lag bei 623 Euro und damit um 1,1 Prozent niedriger als 2023.
Der individuelle Förderbetrag hängt unter anderem von der Schul- oder Hochschulart, der Wohnsituation sowie vom Einkommen der Antragsteller und ihrer Eltern ab.
Mit rund 28.000 Personen stellen Studierende den größten Anteil der Empfänger. Weitere 9.500 Geförderte sind Schülerinnen oder Schüler. Seit dem Höchststand im Jahr 2005 mit knapp 80.000 Bafög-Beziehenden ist die Zahl – mit leichten Schwankungen – kontinuierlich gesunken.
Bundesweit fiel die Zahl der Empfänger 2024 auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000. Das Statistische Bundesamt meldete 612.800 Geförderte – ein Minus von vier Prozent gegenüber 2023.
Kritik an der Entwicklung kommt unter anderem vom Deutschen Studierendenwerk. Sprecher Stefan Grob fordert, das Bafög müsse „höher, einfacher und digitaler“ werden, da es zu wenige Studierende erreiche.
In Sachsen dauert die Bearbeitung eines vollständigen Antrags nach Angaben des Wissenschaftsministeriums in der Regel bis zu zwei Monate. Die Dauer hängt unter anderem davon ab, ob es sich um einen Erst- oder Folgeantrag handelt und wie vollständig die Unterlagen sind.
Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist eine Reform vereinbart: Die Wohnkostenpauschale soll zum Wintersemester 2026/2027 von 380 auf 440 Euro steigen, der Grundbedarf ab 2027 in zwei Schritten erhöht werden.