Do., 21.05.2026 , 11:29 Uhr

Polizei registriert weniger Verletzte, aber mehr Autobahnunfälle

Weniger Unfälle in Dresden 2025

In Dresden ist die Zahl der Verkehrsunfälle 2025 leicht gesunken. Auf den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich stiegen die Unfallzahlen dagegen deutlich.

Dresden - Die Zahl der polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle in der Landeshauptstadt Dresden ist im Jahr 2025 leicht zurückgegangen. Nach Angaben der Polizeidirektion Dresden wurden insgesamt 12.609 Verkehrsunfälle registriert. Im Jahr 2024 waren es noch 12.857. Das entspricht einem Rückgang um 1,9 Prozent.

Auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen verunglückten Personen sank. Insgesamt wurden 2.543 Menschen verletzt oder getötet, 3,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Sieben Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Damit blieb die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu 2024 unverändert.

Polizeipräsident Lutz Rodig bewertet die Entwicklung grundsätzlich positiv. Die Unfallzahlen seien im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen, gleichzeitig sei auch die Zahl der verletzten Personen gesunken. Diesen Trend wolle die Polizei aufrechterhalten.

Weniger Schwer- und Leichtverletzte

Die Zahl der Schwerverletzten sank 2025 in Dresden um 8,2 Prozent auf 338 Personen. Auch bei den Leichtverletzten gab es einen Rückgang. 2.198 Menschen wurden leicht verletzt, das waren 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Bei Kindern zeigt die Statistik ein gemischtes Bild. Im Jahr 2025 kam auf Dresdens Straßen kein Kind ums Leben. Die Zahl der schwerverletzten Kinder stieg allerdings leicht von 21 auf 23. Gleichzeitig ging die Zahl der leichtverletzten Kinder deutlich zurück: von 188 im Jahr 2024 auf 151 im Jahr 2025.

Vorfahrtsfehler häufigste Ursache bei Unfällen mit Verletzten

Die häufigste Ursache bei Verkehrsunfällen mit Verletzten waren in Dresden Vorfahrts- und Vorrangfehler. Ihr Anteil lag bei 26,9 Prozent. Ebenfalls zu den Hauptunfallursachen zählten Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren mit 14,7 Prozent sowie die Straßenbenutzung mit 9,9 Prozent.

Unfälle mit Radfahrbeteiligung blieben nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. 2025 wurden 1.504 Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung registriert, 2024 waren es 1.502. Die Zahl der bei Radfahrunfällen verunglückten Personen ging leicht zurück.

Weniger Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss

Die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss beteiligt waren, sank in Dresden auf 224. Im Jahr zuvor waren es 260. Der überwiegende Teil dieser Unfälle wurde von Personen verursacht, die ausschließlich unter Alkoholeinfluss standen. Das betraf 171 Fälle.

Mit Blick auf Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss verweist Polizeipräsident Lutz Rodig auf eine landesweit steigende Tendenz. Die Polizeidirektion Dresden wolle diesem Phänomen mit einer stärkeren Drogenerkennung im Straßenverkehr begegnen. Ziel sei es, Fahrzeugführer unter dem Einfluss berauschender Mittel frühzeitig zu erkennen, konsequent aus dem Verkehr zu ziehen und schwere Verkehrsunfälle zu verhindern.

Unfallfluchten leicht rückläufig

Auch die Zahl der Unfallfluchten ging in Dresden leicht zurück. Im Jahr 2025 entfernten sich 3.883 Verursacher unerlaubt vom Unfallort. 2024 waren es 3.908. Das entspricht einem Rückgang um 0,6 Prozent.

Die Polizei konnte 1.189 Unfallverursacher ermitteln. Die Aufklärungsquote lag damit bei 30,8 Prozent. Im Vorjahr hatte sie 32,9 Prozent betragen.

Weniger Kontrollen und weniger Verkehrsverstöße

Die Polizeidirektion Dresden führte 2025 insgesamt 1.637 Geschwindigkeitskontrollen durch. Im Jahr 2024 waren es 1.812. Dabei stellten die Beamten 73.566 Fahrzeugführer fest, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hatten. Im Vorjahr waren es 82.260.

Insgesamt ahndete die Polizeidirektion Dresden 127.766 Verkehrsordnungswidrigkeiten. 2024 waren es 140.635. Wegen Verstößen gegen die Gurtpflicht mussten sich 4.748 Fahrzeugführer verantworten, wegen Verstößen gegen das Handyverbot 3.334.

Für das Jahr 2026 kündigt die Polizei neben der Kontrolle klassischer Verkehrsverstöße auch eine stärkere Überwachung des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs an. Im Sommer ist eine Kontrollwoche im Bereich des Schwerlastverkehrs geplant. Im Fokus stehen unter anderem technische Mängel, Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten, Überladung sowie mangelhafte Ladungssicherung.

Mehr Unfälle auf Autobahnen im Dresdner Zuständigkeitsbereich

Während die Unfallzahlen in der Landeshauptstadt Dresden leicht zurückgingen, zeigt sich auf den Bundesautobahnen im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Dresden ein anderes Bild. Dort wurden 2025 insgesamt 1.663 Verkehrsunfälle registriert. Im Jahr 2024 waren es 1.349. Das entspricht einem Anstieg um 23,3 Prozent.

Trotz der gestiegenen Unfallzahlen sank die Zahl der Verunglückten auf den Autobahnen. 201 Menschen wurden verletzt oder getötet, 14,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Zwei Menschen kamen ums Leben. Damit blieb die Zahl der Verkehrstoten auf dem Niveau von 2024.

Die Zahl der Schwerverletzten sank deutlich um 38 Prozent auf 44 Personen. Weitere 155 Menschen wurden leicht verletzt.

Kein tödlich verletztes Kind auf Autobahnen

Auch auf den Bundesautobahnen kam im vergangenen Jahr kein Kind ums Leben. Insgesamt verunglückten zehn Kinder, 2024 waren es 13. Zwei Kinder wurden schwer verletzt, acht weitere leicht.

Bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden waren auf den Autobahnen vor allem drei Ursachen relevant: ungenügender Sicherheitsabstand mit 29 Prozent, nichtangepasste Geschwindigkeit mit 27,4 Prozent sowie Fehler beim Fahrstreifenwechsel mit 13,7 Prozent.

Mehr Unfallfluchten auf Autobahnen

Die Zahl der Unfallfluchten auf den Bundesautobahnen stieg. 2025 nahm die Polizei 370 Fälle auf, 2024 waren es 309. Aufgeklärt wurden 102 Unfallfluchten. Die Aufklärungsquote lag bei 27,6 Prozent und damit etwas höher als im Vorjahr.

Unfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gingen auf den Autobahnen leicht zurück. Die Polizei registrierte 28 solcher Unfälle, nach 30 im Jahr 2024. Davon waren 14 alkoholbedingt, 13 gingen auf Drogenkonsum zurück und ein Unfall auf Mischkonsum.

Polizeipräsident Lutz Rodig verweist auf die Bedeutung Sachsens als Transitland. Besonders die Bundesautobahn 4 sei eine stark frequentierte Ost-West-Verbindung im nationalen und internationalen Güterverkehr. Ziel der Polizei sei es, gefährliche Verstöße frühzeitig zu erkennen, konsequent zu ahnden und die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen.