Mo., 05.10.2026 , 11:35 Uhr

Tänzerin und Choreografin Helena M. Fernandino verbindet Bewegung, Sprache und Begegnung

Wenn Tanzen zur Sprache wird

Dresden - Für Helena M. Fernandino ist Tanz weit mehr als einstudierte Bewegung. Die in Brasilien geborene Tänzerin, Tanzpädagogin und Choreografin arbeitet mit unterschiedlichen Menschen und Gruppen und verbindet dabei zeitgenössischen Tanz mit individuellen Ausdrucksformen.

Ihr künstlerischer Weg begann 1990 in ihrer Heimatstadt Barbacena. Seit 2003 lebt und arbeitet sie in Deutschland. Neben ihrer Tätigkeit als Tänzerin beschäftigt sie sich mit Choreografie, Tanzpädagogik und künstlerischer Forschung.

Dabei entstehen ganz unterschiedliche Formen und Projekte. Fernandinos Arbeit reicht von Bühnenproduktionen über Video-Tanz und ortsspezifische Performances bis hin zu Interventionen im öffentlichen Raum. 

Tanz für unterschiedliche Menschen

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt darauf, Menschen mit unterschiedlichen Vorerfahrungen für Tanz zu begeistern. Das zeigt sich auch in Projekten wie „Tanz für alle“, bei denen Kinder und Erwachsene gemeinsam Bewegung erkunden und eigene Tanzsequenzen entwickeln. Dabei spielt es keine entscheidende Rolle, ob jemand bereits tanzt oder ganz ohne Vorkenntnisse kommt.

Auch die Verbindung von Bewegung und Sprache zieht sich durch Fernandinos Arbeit. In dem Projekt „Wenn die Worte tanzen lernen“ erforschten Kinder unterschiedlicher Herkunft Bewegungs- und Ausdrucksformen und entwickelten daraus eigene Geschichten. Tanz wurde dabei zu einer Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren – auch dort, wo Worte allein nicht ausreichen.

Helena Fernandinos Arbeit passt dabei auch zum Gedanken der Interkulturellen Tage in Dresden. Unter dem diesjährigen Motto „Viele Sprachen. Ein Zuhause.“ geht es um Begegnung, Austausch und unterschiedliche Perspektiven. Tanz kann dabei eine Sprache sein, die ohne Worte auskommt: In der gemeinsamen Bewegung treffen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Erfahrungen aufeinander, entwickeln Ausdrucksmöglichkeiten und schaffen einen Raum für gegenseitiges Verständnis.