Großröhrsdorf - Im August 2023 wurde die Stadtkirche Großröhrsdorf (Landkreis Bautzen) durch Brandstiftung schwer beschädigt und brannte bis auf die Außenmauern nieder. Nun nimmt der geplante Wiederaufbau erste konkrete Formen an. Der Kirchenvorstand teilte mit, dass der Architektenwettbewerb zur Neugestaltung der Kirche gestartet ist. Bis zum 30. Januar kommenden Jahres müssen die teilnehmenden Büros ihre Arbeiten einreichen. Am 10. und 11. März soll das Preisgericht über die eingereichten Entwürfe beraten und eine Entscheidung treffen. Anschließend sollen sämtliche Wettbewerbsbeiträge öffentlich zugänglich gemacht werden.
Insgesamt wurden 15 Architektenbüros für den Wettbewerb ausgewählt. Die Entscheidung trafen das Landeskirchenamt und der Kirchenvorstand auf Grundlage von Referenzen und Empfehlungen. Die ausgewählten Büros stammen aus Sachsen – darunter Dresden, Pirna und Leipzig – sowie unter anderem aus Berlin, Nürnberg, Regensburg, München und Tirschenreuth. Alle verfügen über nachgewiesene Erfahrung im Kirchenbau. Zur Vorbereitung auf die Aufgabe erhielten alle Beteiligten ein 3D-Modell der Brandruine im Maßstab 1:200.
Der Auslobungstext formuliert klare Anforderungen, insbesondere für den Turm der Kirche. Dieser solle in seiner ursprünglichen Höhe und Silhouette wiederhergestellt werden, da er als identitätsstiftender Teil des Stadtbildes gilt. Auch eine Kirchturmuhr und eine gute Sichtbarkeit des Bauwerks gehören zu den Vorgaben. Für die Materialien werden langlebige Lösungen empfohlen, die geringe Folgekosten verursachen. Zudem wünscht sich die Gemeinde ein neues Geläut mit möglichst vier Glocken.
Auch in der Innenraumgestaltung fließen Wünsche der Kirchgemeinde ein. So sollen Kreuz und Altartisch künftig im Zentrum der neuen Kirche stehen. Reste des Altbaus, darunter die Sonnenuhr, sollen in das neue Gebäude integriert werden. Für den Wiederaufbau sind bisher rund 545.700 Euro an Spenden eingegangen.
Das spätbarocke Gotteshaus war in der Nacht vom 4. August 2023 durch Brandstiftung zerstört worden. Ein Drittel des Kirchturms stürzte ein, der Innenraum wurde vollständig vernichtet, und viele historische Holzelemente gingen verloren. Ein damals 41 Jahre alter Mann aus dem Umfeld der Kirchgemeinde wurde wenige Tage nach der Tat festgenommen und später vom Landgericht Görlitz zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der Grund: Er soll aus Frust über seine familiäre Situation gehandelt haben. Pfarrer Stefan Schwarzenberg bezifferte die zu erwartenden Kosten für den Neubau auf rund 35 Millionen Euro.