Mi., 26.08.2026 , 13:26 Uhr

Studie sieht Milliardenverlust und weiter hohen Wohnraumbedarf

Wohnungsbau in Sachsen bricht deutlich ein

In Sachsen wurden 2025 deutlich weniger Wohnungen gebaut als zwei Jahre zuvor. Eine Studie beziffert den dadurch entstandenen Netto-Umsatzverlust auf mehr als eine Milliarde Euro.

Berlin/Dresden - Der starke Rückgang beim Wohnungsbau in Sachsen hat einer Studie zufolge erhebliche wirtschaftliche Folgen. Im Jahr 2025 seien im esdenFreistaat rund 3.800 Wohnungen weniger gebaut worden als noch zwei Jahre zuvor. Das geht aus dem sogenannten „Bau-Monitor 2026“ hervor.

Nach Berechnungen der Studie führte der Rückgang zu entgangenen Nettoumsätzen von gut einer Milliarde Euro. Das entspricht rund 0,6 Prozent des sächsischen Bruttoinlandsproduktes des Jahres 2025.

Auch die öffentlichen Einnahmen waren demnach betroffen. Laut Studie entgingen dem Staat 194 Millionen Euro Umsatzsteuer sowie weitere 71 Millionen Euro Grunderwerbsteuer.

Der „Bau-Monitor“ wurde vom Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel erstellt.

Mehr als 40 Prozent weniger Wohnungen

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden 2025 in Sachsen insgesamt 5.510 Wohnungen fertiggestellt. Gegenüber 2023 ging die Zahl der fertiggestellten Wohnungen damit deutlich zurück.

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern wurden 1.447 Wohnungen weniger gebaut. In Mehrfamilienhäusern sank die Zahl um 2.387 Wohnungen. Insgesamt entspricht der Rückgang damit mehr als 40 Prozent.

Nach Angaben des Bau-Monitors entstanden dadurch rund 385.000 Quadratmeter weniger Wohnfläche.

Trotz Bevölkerungsrückgang fehlen Wohnungen

Gleichzeitig besteht laut Studie weiterhin Bedarf an zusätzlichem Wohnraum. In Sachsen fehlen demnach rund 20.000 Wohnungen.

Dabei entwickelt sich die Zahl der Einwohner anders als die Zahl der Haushalte. Zwischen 1995 und 2025 sank die Bevölkerung in Sachsen um 11,5 Prozent auf rund 4,03 Millionen Menschen. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Haushalte um knapp elf Prozent auf 2,16 Millionen.

Damit wächst der Wohnraumbedarf trotz einer insgesamt sinkenden Bevölkerungszahl.

Mieten steigen auch in Sachsen

Auch die Wohnkosten haben sich in den vergangenen Jahren erhöht. Die durchschnittliche Nettokaltmiete für eine Wohnung einfachen Standards stieg in Sachsen zwischen März 2015 und März 2026 laut Studie um knapp 37 Prozent.

Im bundesweiten Vergleich fällt dieser Anstieg allerdings vergleichsweise niedrig aus. Nur in Sachsen-Anhalt und Thüringen war die Entwicklung schwächer. Deutschlandweit stiegen die entsprechenden Nettokaltmieten im gleichen Zeitraum um 53,5 Prozent.

Wohnungsbau schwächelt auch bundesweit

Der Rückgang ist kein ausschließlich sächsisches Problem. Bundesweit wurden laut Bau-Monitor rund 84.600 Wohnungen weniger gebaut. Daraus errechnet die Studie einen Netto-Umsatzverlust von rund 26,9 Milliarden Euro.

Die Zahlen zeigen damit nicht nur einen deutlichen Rückgang der Bautätigkeit in Sachsen, sondern auch die wirtschaftlichen Folgen der Entwicklung. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum im Freistaat bestehen.