Mi., 23.09.2026 , 10:17 Uhr

Bis Mitte September starben 19 Menschen in Sachsens Gewässern

Zahl der Badetoten in Sachsen verdoppelt

19 Menschen sind in Sachsen bis Mitte September ertrunken. Damit hat sich die Zahl der Todesfälle gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt.

Dresden - In Sachsen sind in diesem Jahr deutlich mehr Menschen bei Bade- und Wasserunfällen ums Leben gekommen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zwischen Jahresbeginn und dem 15. September ertranken insgesamt 19 Menschen in den Gewässern des Freistaates. Das teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, kurz DLRG, mit.

Damit wurden zehn Todesfälle mehr registriert als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Während die Zahlen in Sachsen gestiegen sind, zeigt sich bundesweit eine andere Entwicklung: Deutschlandweit verzeichnete die DLRG 320 tödliche Wasserunfälle und damit weniger als im Vorjahreszeitraum mit 328 Todesfällen.

Die meisten Menschen ertranken in Seen

Besonders häufig ereigneten sich die tödlichen Unfälle in sächsischen Seen. Dort kamen nach Angaben der DLRG elf Menschen ums Leben.

Die meisten Todesfälle wurden in den Sommermonaten verzeichnet. Im Juni ertranken drei Menschen, im Juli waren es vier und im August fünf. Damit entfielen zwölf der bislang 19 registrierten Todesfälle auf diese drei Monate.

Auch bei der Verteilung nach Geschlecht zeigen sich deutliche Unterschiede. Unter den Verstorbenen waren nach Angaben der DLRG 14 Männer und drei Frauen. Zu den beiden übrigen Todesfällen enthält die vorliegende Mitteilung keine entsprechende Angabe.

Besonders häufig betroffen waren die Altersgruppen zwischen 21 und 30 Jahren sowie Menschen ab 81 Jahren. In beiden Altersgruppen kamen jeweils vier Menschen ums Leben.

DLRG warnt vor unterschätzten Gefahren

Die DLRG führt den starken Andrang an Badeseen und Flüssen unter anderem auf das warme Wetter zurück. Gleichzeitig würden die Risiken beim Baden und Schwimmen häufig unterschätzt.

Auch bundesweit fällt der hohe Anteil männlicher Opfer in jüngeren Altersgruppen auf. Mehr als 90 Prozent der tödlich verunglückten 11- bis 30-Jährigen waren laut DLRG männlich.

Für die Badesaison zwischen Anfang Mai und Mitte September registrierte die Organisation deutschlandweit 248 tödliche Wasserunfälle. Das waren zwölf mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.

Forderung nach mehr Schwimmunterricht

Als Konsequenz aus den Zahlen fordert die DLRG mehr Aufklärung über Gefahren in Gewässern. Gleichzeitig spricht sich die Organisation für zusätzliche Investitionen in den schulischen Schwimmunterricht und die Schwimmbadinfrastruktur aus.

DLRG-Präsidentin Ute Vogt fordert dabei ein gemeinsames Vorgehen von Bund, Ländern und Kommunen. Nach Ansicht der Organisation müsse flächendeckend stärker in Schwimmbäder und den Schwimmunterricht investiert werden.

Die aktuellen Zahlen zeigen damit für Sachsen eine gegensätzliche Entwicklung zum bundesweiten Gesamttrend: Während deutschlandweit etwas weniger tödliche Wasserunfälle registriert wurden, hat sich die Zahl der Todesfälle im Freistaat gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt.