So., 04.10.2026 , 13:29 Uhr

Zahl der Fleischereien in Sachsen sinkt deutlich

In Sachsen gibt es deutlich weniger Fleischereien als noch vor zehn Jahren. Vor allem fehlende Nachfolger, Fachkräftemangel und steigende Kosten setzen den Betrieben zu.

Zahl der Betriebe geht stark zurück

Die Zahl der Fleischereien in Sachsen ist innerhalb von zehn Jahren deutlich gesunken. Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit waren im vergangenen Jahr 287 Betriebe mit dem Schwerpunkt Fleischverarbeitung registriert. Zehn Jahre zuvor waren es noch 438.

Auch bei Fleischereien mit Schwerpunkt Verkauf zeigt sich ein deutlicher Rückgang. Ihre Zahl sank innerhalb von zehn Jahren um rund ein Drittel auf 206 Betriebe.

Parallel dazu ist auch die Zahl der Beschäftigten zurückgegangen. Im vergangenen Jahr arbeiteten in Sachsen 6.338 Frauen und Männer in Berufen rund um die Herstellung und den Verkauf von Fleisch. Das waren 1.577 weniger als zehn Jahre zuvor.

Viele Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt

Besonders angespannt ist die Situation beim Nachwuchs. Bis August wurden in Sachsen 89 Ausbildungsstellen für Fleischer gemeldet. 34 davon waren noch unbesetzt.

Bei den Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei sah es ähnlich aus. Von 209 gemeldeten Ausbildungsstellen waren noch 81 nicht vergeben.

Der Landesinnungsverband für das sächsische Fleischerhandwerk bestätigt den Rückgang der Betriebe. Geschäftsführer Lars Bubnick warnt jedoch davor, daraus ein Aussterben des Handwerks abzuleiten.

Nachfolge und Fachkräftemangel als zentrale Probleme

Nach Angaben des Innungsverbandes gibt es mehrere Gründe für Betriebsaufgaben. Häufig fehle es an Nachfolgern, die bestehende Fleischereien übernehmen. Gleichzeitig verschärfe der zunehmende Arbeitskräftemangel die Lage.

Hinzu kommen steigende Betriebskosten. Besonders seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hätten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für viele Unternehmen verschlechtert. Auch die Preise für Rohstoffe wie Rindfleisch seien stark gestiegen.

Kostendruck bleibt hoch

Als größte Herausforderung nennt der Innungsverband die personelle Situation in Verbindung mit den steigenden Kosten. Kleine und mittelständische Fleischereien könnten zudem nicht von Entlastungen wie dem Industriestrompreis profitieren.

Gewinnbringend zu arbeiten, werde deshalb für viele Betriebe schwieriger. Gleichzeitig ist der Fleischkonsum in Deutschland zuletzt wieder gestiegen. Nach Angaben des Innungsverbandes lag er pro Kopf bei knapp 55 Kilogramm im Jahr.