Dresden - Das erste Hitzewochenende des Jahres hat die Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes in Sachsen stark gefordert. Nach Angaben des Unternehmens waren ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im gesamten Freistaat im Einsatz. Sie unterstützten bei hitzebedingten Notlagen, Vermisstensuchen, Bränden, Unwettereinsätzen und der Betreuung von Betroffenen.
Damit entlasteten die Einsatzkräfte zugleich den Rettungsdienst. Das Wochenende habe gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit von Hilfsorganisationen, Feuerwehr und Polizei für den Bevölkerungsschutz in Sachsen sei, so das DRK.
Besonders intensiv verlief das Wochenende für die Wasserwacht. An der Talsperre Pöhl suchten acht Einsatzkräfte der Wasserwacht Reichenbach gemeinsam mit weiteren Rettungskräften nach zwei vermissten Männern. Die Suche musste am Sonntagabend wegen einsetzender Dunkelheit unterbrochen werden.
Bereits am Freitagabend war die Wasserwacht an der Talsperre Pöhl wegen einer Vermisstenmeldung alarmiert worden. Diese stellte sich nach Angaben des DRK glücklicherweise als unbegründet heraus. Auch die Wasserrettungsgruppe Chemnitz wurde am Freitag alarmiert, konnte den Einsatz jedoch bereits auf der Anfahrt abbrechen.
An der Schladitzer Bucht musste die Wasserwacht am Wochenende eine Person aus dem Wasser retten. Zudem leisteten die Einsatzkräfte dort 20-mal Erste Hilfe und waren an vier Personensuchen beteiligt. Auch an weiteren sächsischen Seen, Bädern und Stränden halfen Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer des DRK bei verschiedenen Notlagen.
Die hohen Temperaturen führten ebenfalls zu mehreren Einsätzen. In Eilenburg unterstützten der Rettungsdienst sowie die Schnell-Einsatz-Gruppen Betreuung und Versorgung aus Eilenburg und Taucha ein Jugendzeltlager. Dort hatten zahlreiche Kinder und Jugendliche über hitzebedingte Kreislaufprobleme geklagt. Mehrere Betroffene wurden vorsorglich in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Kurze Zeit später wurden dieselben Einsatzkräfte zu einem Brand in einem Pflegeheim in Eilenburg alarmiert. Rund 80 Bewohnerinnen und Bewohner mussten betreut werden. Vier Personen wurden zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.
Auch bei mehreren größeren Bränden waren ehrenamtliche DRK-Kräfte im Einsatz. Die Schnell-Einsatz-Gruppe Hainichen des DRK Döbeln-Hainichen übernahm bei einem Bauernhofbrand in Rossau die medizinische Absicherung der Feuerwehr, die Verpflegung der Einsatzkräfte sowie die psychosoziale Betreuung der Betroffenen.
Beim Waldbrand in der Gohrischheide unterstützten Einsatzkräfte der DRK-Kreisverbände Meißen, Dresden-Land und Freital die Feuerwehr mit der Versorgung der Einsatzkräfte. In Steinberg wurden DRK-Kräfte aus dem Göltzschtal, dem Kreisverband Oelsnitz und dem DRK Zentrum Plauen alarmiert, nachdem ein Ast in einem Biergarten zwölf Menschen verletzt hatte.
Auch die Bergwacht Sachsen war bereits vor dem Wochenende gefordert. Im Kirnitzschtal retteten Einsatzkräfte eine 89-jährige Wanderin, die von einem Wanderweg abgestürzt war. Die hohen Temperaturen erschwerten den Einsatz zusätzlich.
DRK-Sachsen-Pressesprecher Kai Kranich erklärte, das Wochenende habe eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig die Aufgaben der ehrenamtlichen Einsatzkräfte seien. Sie seien unter anderem in der Wasserrettung, bei Sanitäts- und Betreuungseinsätzen sowie bei der Versorgung von Feuerwehrkräften gefordert gewesen. Hinzu kamen geplante Veranstaltungen wie das Stadtfest in Aue.
Zugleich verweist das DRK Sachsen darauf, dass Hitze längst ein relevantes Einsatzthema geworden sei. Sie stelle sowohl die Bevölkerung als auch die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Das DRK appelliert deshalb, ausreichend zu trinken und körperliche Anstrengungen während der Mittagshitze zu vermeiden.
Kranich rät zu regelmäßigen Trinkpausen: Nicht erst trinken, wenn Durst aufkommt, sondern über den Tag verteilt. Als Vergleich nennt er eine „Trinkpause wie bei der Fußballweltmeisterschaft“.